Mein buchiger Dezember 2021

Mein buchiger Dezember 2021

Dezember-Begleiter

 

Shepard of Sins von Martin Gancarczyk
© Klappentext und Coverrechte: Martin Gancarczyk

Mein Name ist Nicolas Schäfer,
und ich fresse die Sünden von Verbrechern.
Klingt absurd?
Du hast ja keine Ahnung, das ist noch gar nichts.

Auf der To-Do-List der nächsten zwei Wochen steht:
– Mächtig düsteren Komplott aufdecken, der Europa zerstören könnte
– Bren, den Vater meines Sohns, der mich nach einem One-Night-Stand geghostet hat, nicht umbringen
– Falls ich Bren, den Kronprinzen der königlichen Fae, doch töte, dann falsche Pässe besorgen und auswandern. Alaska klingt gut.
– Einen unmöglichen Einbruch durchführen
– Meine beste Freundin, eine Waffen liebende Sirene, davon abhalten, verschiedene Gebäude mit einer Panzerfaust hochzujagen
– Auf vier Kinder aufpassen: eines davon mein dreijähriger Sohn. Die anderen meine besten Freunde in Form von drei Dobermannwandlern, denen Chaos magisch folgt
– Ach: und nicht sterben.
Ja, nicht sterben wäre auch gut.

Die Shepard-Reihe begibt sich in ein fantastisches Hamburg, in dem Magie, Technologie und Megacities aufeinanderprallen. Eine Geschichte über Freundschaft, Vertrauen, selbstgewählte Familie und die Frage, wie viel man bereit ist, für geliebte Menschen zu opfern. Eine Facette, die zeigt, dass Liebe so viel mehr ist, als nur einen Partner zu finden. Durchdrungen von skurrilen Figuren, Sarkasmus, Action, Emotionen und einer Wagenladung an Geheimnissen.
Shepard of Sins umfasst zwar einen romantischen Nebenplot, doch ist und bleibt es ein Urbanfantasy und kein Romantasy oder spicy Buch. Es beinhaltet keine expliziten Erotikszenen.


Von „Cold-Bloodes“, der ersten Veröffentlichung des Autors, habe ich bisher nur Gutes gehört. Was lag also näher, als sein neuestes Werk „Shepard of Sins“, gleich zum Release, bei mir einziehen zu lassen. … READ MORE

 

Helden unter uns von Elisa Schwarz
© Klappentext und Coverrechte: Elisa Schwarz

„Dummkopf“, hallte in ihm nach – aus einer längst vergangenen Zeit – und von gestern. Und vorgestern ebenfalls.
Wenn Max eines nicht ist, dann ist es das: dumm! Jojo hat sich ungeachtet des Defizits, das Max seit Geburt begleitet, unsterblich in den liebenswerten Mann verliebt. Auch wenn das für beide bedeutet, dass ihr gemeinsames Leben gewisse Hürden zu nehmen hat. Doch Jojo ist egal, was Max tatsächlich zu leisten vermag. Allein dessen Güte, sein großes Herz und seine Fähigkeit, Mensch wie Tier für sich einzunehmen, machen Max für ihn vollkommen.
Diese queere Kurzgeschichte enthält angedeutete homoerotische Szenen. Die Kurzgeschichte war Teil der Anthologie Geiler Keiler, die nicht mehr im Handel erhältlich ist.
Die meisten meiner Kurzgeschichten haben ernste und/ oder gesellschaftskritische/-relevante, sowie tabuisierende Themen als Hintergrund. Folgende Themen wurden in Helden unter uns aufgegriffen: Intoleranz, Lernstörung


Dass Elisa Schwarz mich mit ihren Romanen abholen kann, hat sie mehrfach bewiesen. Kurzgeschichten spielen aber in einer ganz anderen Liga, da sie es auf wenigen Seiten schaffen müssen, Emotionen zu transportieren.
Mit Max und Jojo hat die Autorin zwei wahnsinnig sympathische Charaktere erschaffen. Max, der sich mit seinen Defiziten in unserer leistungsorientierten Gesellschaft wahnsinnig schwertut, dafür aber für alles, was ihm etwas bedeutet, eine tief berührende Hingabe aufbringt. Und Jojo, für den es keine Rolle spielt, dass Max sein eigenes Tempo hat, der ihn unterstützt und ihm Rückhalt gibt, egal was passiert. Wie die beiden miteinander umgehen, ging geradewegs ins Herz.
Elisa Schwarz kann definitiv auch kurz und „Helden unter uns“ war somit nicht die letzte Short-Story aus ihrer Feder, die ich lesen werde – ein paar gibt es noch.

 

#vomSuB

 

A Strong Hand von Catt Ford
© Klappentext und Coverrechte: Cursed Verlag

Fotograf Damian Wolfe hat alles gesehen, alles erlebt und alles ausprobiert, was die BDSM-Szene für einen dominanten Spieler zu bieten hat – und sich schließlich von allem zurückgezogen. Angewidert von der Oberflächlichkeit der flüchtigen Affären vergräbt er sich tief in seiner großen Liebe: der Kunst erotischer Fotografie.
Als jedoch Student Nicholas in sein wohlgeordnetes Leben stolpert, muss Damian plötzlich feststellen, dass er sich trotz aller Abgeklärtheit Nicks neugieriger Faszination und naiver Erotik nicht entziehen kann. Und zum ersten Mal wird ihm bewusst, dass er Liebe nicht nur mit einer Kamera einfangen kann …


Ab und an lese ich BDSM-Storys ganz gerne – und die Betonung liegt auf Story. Leider hatte „A Strong Hand“ davon relativ wenig. Der Einstieg in die Geschichte, das Beschnuppern von Damian und Nicholas, liest sich noch ganz gut, ab dem Zeitpunkt, an dem die beiden ihr Spiel beginnen, verpuffte der Reiz für mich aber Stück für Stück. Die Erzählung bekam keine Tiefe, keine Message, sondern plätscherte so vor sich hin und zum Schluss hin empfand ich es nur noch als eine Aneinanderreihung von expliziten Szenen. Auch die einzelnen Charaktere blieben in meinen Augen ziemlich blass. Wirklich Schade, denn das Thema hätte durchaus Potential.

 

Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte von TJ Klune
© Klappentext und Coverrechte: Heyne Verlag

Linus Baker ist ein vorbildlicher Beamter. Seit Jahrzehnten arbeitet er in der Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder und Jugendlicher zuständig ist. Nie war er auch nur einen Tag krank, und das Regelwerk der Behörde ist seine Gute-Nacht-Lektüre. Linus’ eintöniges Dasein ändert sich schlagartig, als er auf eine geheime Mission geschickt wird. Er soll das Waisenhaus eines gewissen Mr. Parnassus’, das sich auf einer abgelegenen Insel befindet, genauer unter die Lupe nehmen. Kaum dort angekommen, stellt Linus fest, dass Mr. Parnassus’ Schützlinge eher etwas speziell sind – einer von ihnen ist möglicherweise sogar der Sohn des Teufels! In diesem Heim kommt Linus mit seinem Regelwerk und seiner Vorliebe für Vorschriften nicht weit, das merkt er schnell. Eher widerwillig lässt er sich auf dieses magische Abenteuer ein, das ihn auf der Insel erwartet, und erfährt dabei die größte Überraschung seines Lebens …


Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so recht, was ich zu „Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte“ schreiben soll, damit es der Geschichte gerecht wird. … READ MORE

 

Glückskind im Wind von Timm Seng
© Klappentext und Coverrechte: MAIN Verlag

Ein hochemotionaler Konzertmusiker. Ein cooler Banker im Anzug. Kann die zielorientierte Erfolgs-Mentalität des Bankers dem schönen Geiger helfen? Und kann der Musiker den Banker inspirieren, die emotionslose Welt der Zahlen und des Profits hinter sich zu lassen?
Beide haben ihre Dämonen zu bewältigen, jeder auf seine eigene Weise. Und beide stellen sich ihnen.
Benjamins Geige ist seine Seele und seine Musik wunderschön. Dann trifft ihn ein brutaler Schicksalsschlag und sein Leben entgleist. Denn so schön er auch spielt, seine Trauer kann er vor sich selbst nicht übertönen. Trotz allem ist er jedoch ein Glückskind, denn er findet immer wieder unerwartete Hilfe und Unterstützung.
Markus Welt besteht aus Anzügen und Euros, und zwar möglichst vielen. Trotzdem fehlt dem Banker die Erfolgsformel für das eigene Leben.
Als die beiden aufeinandertreffen, verbinden sich ihre Schicksale, während sie versuchen einander zu helfen und die Dämonen ihrer Vergangenheit gemeinsam zu besiegen. Glück fällt niemandem einfach in den Schoß, man muss dafür kämpfen…


Einen Zugang zu der Geschichte habe ich leider nicht bekommen, was zum einen am Schreibstil des Autors liegt. Die Erzählung findet in der ich-Form statt und verlierst ich zu großen Teilen in gedanklichen Monologen der zwei Hauptfiguren. Das zu lesen, empfand ich als sehr monoton und ermüdend. Ab etwa der Hälfte switcht das sich drehende Gedankenkarussell zu exzessiver horizontaler Beschäftigung. Dieser abrupte Wandel passte für mich aufgrund von Benjamins Vorgeschichte irgendwie so überhaupt nicht dazu. Das Ende war für mich dann das i-Tüpfelchen für eine Geschichte, die bei mir extrem unrund ankam. Es wirkte auf mich, als ob die Story mit möglichst viel Drama abgeschlossen werden wollte.

 

Die Wächter von Magow 1 – 6 von Regina Mars
© Klapptext Band 1 und Coverrechte: Greenlight Press

Besoffene, Schlägereien, besoffene Schlägereien: Als Barkeeperin ist Sofie an einiges gewöhnt. Nur nicht an drei mit Schwertern Bewaffnete, die in ihren Club stürmen und gegen ein Rattenmonster kämpfen. Eigentlich wollte sie nur in Ruhe vor ihrer Vergangenheit davon laufen, jetzt steckt sie bis zum Hals im Kampf gegen eine abscheuliche Bestie, die alles bedroht, was ihr geblieben ist.
Aber nicht mit Sofie! Sie wird es diesem Rattenkönig zeigen. Selbst, wenn sie dafür Hilfe in Anspruch nehmen muss, die äußerst fragwürdig ist: Ein hasenzähniger Vampir und eine Werwölfin, die kein Blut sehen kann, sind nur der Anfang. Denn Sofie hat das bestgehütete Geheimnis der Hauptstadt entdeckt: Magow, den magischen Bezirk Berlins, in dem zugezogene Elfen pöbeln und Einhörner fleischfressende Bestien sind.
Enthält: Magie, Monster und viel zu viele Ratten


Eigentlich wollte ich die Reihe nur mal kurz anlesen, Regina Mars hat mir da allerdings einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. „Die Wächter von Magow“ bringen nämlich alles mit, was ich brauche, um bestens unterhalten zu werden. Man trifft schließlich nicht jeden Tag auf eine Werwölfin, die regelmäßig umkippt, wenn sie Blut sieht, oder auf einen Vampir, der auf verbale Deeskalation setzt, anstatt seine Fähigkeiten zu nutzten, um nur zwei der skurrilen und grandios gezeichneten Charaktere zu nennen, denen man während des Lesens begegnet. Die einzelnen Folgen sind super spannend und mit einer Situationskomik erzählt, dass man einfach nicht anders kann, als gleich zur nächsten zu greifen, wenn man eine beendet hat. Zur Halbzeit der Staffel bzw. mit dem Ende des sechsten Teils hat die Autorin allerdings einen Twist gesetzt, den ich nicht kommen sehen haben und den ich jetzt erst einmal verdauen muss, bevor ich wieder in die magische Welt von Magow zurückkehre. Solltet ihr die Reihe noch nicht gelesen habe, holt dies unbedingt nach – es lohnt sich!

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