“Die Rolle seines Lebens” von Amalia Zeichnerin

Verlag: Self-Publishing

ISBN: 978-1723950834

Softcover: 228 Seiten

Release: September 2018

Genre: Contemporary

Teil einer Reihe: Esteban und Oliver

1. Die Rolle seines Lebens
2. An seiner Seite

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Amalia Zeichnerin / Autorin

Vorweg möchte ich mich noch ganz herzlich für das bereitgestellte Rezensionsexemplar bedanken.

Laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag dadurch unter „Werbung“!

Beschreibung:

Esteban, ein amerikanischer Schauspieler mit mexikanischen Wurzeln, zieht zu seinem Freund nach London. Dieser trennt sich allerdings von ihm, da er mit Estebans Depressionen nicht zurechtkommt. Esteban hat erst mal die Nase voll von Beziehungen, doch dann lernt er den englischen Schauspieler Oliver kennen…

Mein Eindruck:

Ich habe mich aus Neugier einmal komplett durch die Veröffentlichungsliste von Amalia Zeichnerin gewühlt und zu meinem Erstaunen ist „Die Rolle seines Lebens“ ihre erste Veröffentlichung im Contemporary-Bereich. Alle anderen Werke sind entweder historische Romane oder in der historisch angehauchten Urban-Fantasy bzw. dem Steampunkt angesiedelt. Diese Tatsache machte mich natürlich neugierig darauf, was mich bei dieser Geschichte um das immer noch tabuisierte oder belächelte Thema Depression erwarten würde.

Die Meisten kennen sie, die Tage an denen man sich am liebsten verkriechen würde. Bei Esteban bestimmen diese Tage sein Leben, sind manchmal trotz Medikation aussichtslos in seinem Empfinden und nur schwer zu bewältigen. In unserer Welt, die so auf Äußerlichkeiten und Perfektionismus fixiert ist, in der man zu funktionieren hat, ist dafür kein Platz. Diese Erfahrung macht Esteban vor allem mit Cedric, dem Mann, für den er alles aufgegeben und sich auf einen kompletten Neuanfang auf einem anderen Kontinent eingelassen hat. Die Autorin beschreibt sehr ruhig und einfühlsam, wie Esteban mit sich ringt nachdem er scheinbar alles verloren hat. Immer die Stimme des Zweifelns im Ohr und die Gedanken bei der eigenen Unzulänglichkeit zwingt er sich wieder aufzustehen. Mit kleinen Schritten geht es vorwärts, das Leben nach Cedric, aber auch das Kennenlernen von Oliver. Stück für Stück und vor allem in der Geschwindigkeit, die Esteban braucht um wieder so etwas wie Vertrauen zuzulassen, nähern sich die Beiden an. Ich fand diese Entwicklung unter dem Gesichtspunkt der Depression toll umgesetzt, was durch die zwei unterschiedlichen Erzählperspektiven noch anschaulicher bei mir ankam. Das Verständnis auf der einen, die Zweifel aber auch der Wille nach einer glücklicheren Zukunft auf der anderen Seite – für Esteban trotzdem kein leichter Schritt.

„ … Liebe zuzulassen, das heißt, sich verwundbar zu machen. Denn wie sonst soll man jemanden so nah an sich heranlassen, wie es die Liebe nun mal verlangt? Sonst sieht der andere bei dir nichts als eine schöne, glatte Fassade, weil du ihn nicht dahinter schauen lässt. Wenn dich jemand wirklich liebt, dann möchte er auf den Grund deiner Seele schauen und nicht nur auf das, was außen sichtbar ist. …“ (S.150)

Durch den sehr eingängigen Schreistil, die behutsame Herangehensweise an das Thema und die durchweg realistische Darstellung der Protagonisten ist „Die Rolle seines Lebens“ eine rundum gelungene Story, der ich eine unbedingte Leseempfehlung ausspreche.

 

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