“Vielleicht … Beim zweiten Versuch” von Sandra Gernt

Verlag: Self-Publishing

ISBN / ASIN: B089529KM1

eBook: ca. 214 Seiten

Release: Mai 2020

Genre: Contemporary

Teil einer Reihe: Vielleicht …
1. Vielleicht … Mit dir
2. Vielleicht … Beim zweiten Versuch

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Sandra Gernt

Vorweg möchte ich mich noch ganz herzlich für das bereitgestellte Rezensionsexemplar bedanken.
Laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag dadurch unter „Werbung“!

Beschreibung:

Eineinhalb Jahre.
So lange ist es her, seit Tobi beinahe sein Leben verloren hätte, weil sein damaliger Freund ihn im Drogenrausch angriff.
Der Weg zurück ans Licht ist hart und steinig. Tobi funktioniert, hat seinen Alltag meistens – nicht immer – im Griff. Doch einen echten Grund zum Weitermachen, der fehlt ihm nach wie vor. Er braucht Hilfe, das ist ihm bewusst. Nur: Wie soll er diese Hilfe annehmen, selbst wenn sie sich ihm bieten würde?
André ist nicht freiwillig mit seinen Eltern in den hohen Norden gezogen und würde am liebsten sofort zurück in seine alte Heimat fliehen, wenn er sich das irgendwie leisten könnte. Als er wortwörtlich über Tobi stolpert, findet er einen Freund, der ihn mit seiner neuen Lebenssituation versöhnt. Tobi erscheint ihm in seinen schlimmsten Stunden wie ein halb ertrunkenes Kätzchen: verzweifelt, auf Rettung angewiesen und trotzdem werden die Krallen ausgefahren, sobald man es berührt. Was könnte dankbarer sein, als Katzenbabys zu retten?
Doch wenn sie eine Chance auf Gemeinsamkeit haben wollen, müssen sie beide lernen: Tobi muss bereit sein, Hilfe anzunehmen und André muss begreifen, dass er selbst gelegentlich Hilfe benötigt.
Dieses Buch schließt chronologisch an die Ereignisse von „Vielleicht … mit dir“ an. Es handelt sich um ein anderes Liebespaar und ist eigenständig lesbar. Spoiler aus dem ersten Buch sind allerdings nicht zu vermeiden.

Ca. 55.000 Wörter
Im normalen Taschenbuchformat hätte diese Geschichte ungefähr 270 Seiten.

Mein Eindruck:

Der erste Band der „Vielleicht …“ Dilogie konnte mich war nicht so recht begeistern, eine Figur daraus hat mich dann allerdings doch so neugierig gemacht, dass ich bereit war „Vielleicht … Beim zweiten Versuch“ eine Chance zu geben.

Der erste Satz:
– „Das war eine Scheißidee!“, zischte André nun bereits zum zwölften Mal. –

So ziemlich jeder andere wäre mit der Situation, in der André Tobi zum ersten Mal sieht, überfordert. Tobi steht durch einen seiner Flashbacks total neben sich, ist weder ansprechbar noch fähig, irgendetwas zu tun, während ihn die alten Gefühle überrollen. Seine Familie kennt diese Anfälle, Außenstehende sind dagegen meist irritiert oder ablehnend. Nicht so André. Durch seine eigene familiäre Situation hat er gelernt souverän damit umzugehen. Die beiden freunden sich daraufhin an und langsam entsteht etwas, das beide nicht für möglich gehalten hätten. Doch nicht nur Tobi kämpft damit, was ihm die Vergangenheit aufgebürdet hat.

– Wann ein Leben Sinn macht, das kann niemand festlegen, das bestimmt man ausschließlich selbst. Das gilt auch für dich, Tobi. All die Vollpfosten, die über dich lachen, haben keine Ahnung. Nicht von dir. Und nicht vom Überleben. Ich hab jedenfalls einen Heidenrespekt vor dir. – (Pos. 502)

In diesem zweiten Teil der „Vielleicht …“ Reihe hat Tobi seinen großen Auftritt. Für mich war er in „Vielleicht … Mit dir“ die Figur, die in mir am meisten Interesse geweckt hat. Mit den restlichen Charakteren wurde ich im ersten Band ja nicht so recht warm. Auch hier, in „Vielleicht … Beim zweiten Versuch“, ist dieser Familienverbund wieder anzutreffen, ich fühlte mich von ihm aber nicht mehr so extrem überfahren. Tobi und André gefielen mir in ihrem Zusammenspiel, in ihren Ängsten und Sehnsüchten, sehr gut, so dass die Präsenz des jeweiligen familiären Anhangs etwas in den Hintergrund getreten ist.

Manchmal ist es auf den ersten Blick nicht ersichtlich, wie hart das Schicksal zugeschlagen hat, wer eigentlich mehr Hilfe benötigt und ob man dann bereit ist, diese anzunehmen. Diese Message, die ein großes Thema zwischen den zwei jungen Männern ist, hat es mir besonders angetan, weswegen Tobis Geschichte wahrscheinlich um einiges besser abschneidet als sein Vorgänger.

Wahrscheinlich gehöre ich einfach nicht zur Zielgruppe, da ich gerne in Extreme oder außergewöhnliche Geschichten eintauche. „Vielleicht … Beim zweiten Versuch“ ist für mich deswegen auch kein Volltreffer. Es ist eine süße feel-good Geschichte, von der ich aber trotzdem gut unterhalten wurde. Für alle, die Bücher ohne große Abgründe und mit einem regen beschriebenen Familienleben lieben, gebe ich deswegen gerne eine Leseempfehlung.

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