“Einhorn-Eintopf & die wild-widerspenstige Wilma” von Tristan Thomas

Verlag: Self-Publishing

ISBN: 979-8665629766

Softcover: ca. 182 Seiten

Release: Juli 2020

Genre: Contemporary, Humor

Teil einer Reihe: –

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Tristan Thomas

Beschreibung:

Ein Bestseller, das wäre es! Landpomeranze verliebt sich in Badboy, das funktioniert immer. Amerikanische Klischee-Schule, ein erprobtes Terrain. Dazu noch ein bisschen Glitzervampir da, ein paar Kabelbinder dort – und fertig! Alles könnte so schön sein. Könnte. Denn da ist noch Wilma, die eigenwillige Hauptfigur, die sich partout nicht fügen will. Der gängige Bestseller-Zutaten ziemlich egal sind – und die ihre ganz eigenen Vorstellungen von einem Happyend hat.
Aber der Autor wäre nicht der Autor, wenn er nicht seine eigenen Tricks auf Lager hätte.

Mein Eindruck:

Bücher von Tristan Thomas beuten für mich vor allem „Gute Laune“ Lektüre. Seine Art Geschichten zu erzählen ruft bei mir immer ein Schmunzeln, wenn nicht sogar einen herzhaften Lacher hervor. Auch der Klapptext zu „Einhorn-Eintopf & die wild-widerspenstige Wilma“ verspricht für mich genau das, was ich an seinen Büchern so sehr schätze – schräg und drüber, ohne Kompromisse.

Der erste Satz:
– Es ist die Welt von … Wilma Müller-Meierschmitt. –

Wilma ist mit ihren Eltern von Deutschland in die Staaten ausgewandert und in einem klassischen Provinznest gestrandet. Ihr neuer Wirkungskreis wirkt spießig, mit Biebelkreis, mittelmäßiger High-School und den dazugehörigen klischeehaften Sport-Assen, Tussis und Mauerblümchen. Doch als Wilma tiefer in die Materie eintaucht, eröffnen sich ihr ungeahnte Welten.

– Mit der Rolle als Sonderling hatte sie sich schon in Deutschland abgefunden, aber jetzt war sie die komische Deutsche, die hier – seitdem sie da war – alles durcheinanderwirbelte. Super, als ob sie sich das ausgesucht hätte. Ohne Ramona wäre sie ja nicht einmal auf die Schmierlappen-Party gegangen, geschweige denn in einem Wandschrank gelandet. Und ohne die Wandschranküberraschung wäre Emmas Plan vielleicht aufgegangen. – (S. 68)

Mit Wilma hat Tristan Thomas seinem bekannten schräg & drüber Humor eindeutig die Krone aufgesetzt. Dieses Buch ist so vollkommen anders, als alles, was ich bis jetzt gelesen habe und ich muss zugeben, dass es wahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack trifft – ich allerdings finde es großartig. Alleine die Idee, die Hauptfigur durch Kommentare aus dem Off aktiv auf das Schreibgeschehen einwirken zu lassen, bescherte mir einen Heidenspaß. Ich habe regelrecht auf diese Äußerungen hin gefiebert, strotzen sie doch nur so vor Ironie und Sarkasmus. In der Geschichte greift der Autor fast jedes erdenkliche Klischee auf, dass sich in Literatur und Film finden lässt, würzt es mit spitzen Anspielungen und viel Wortwitz und bastelt daraus etwas, das man unbedingt mit einem Augenzwinkern aufnehmen sollte. Wer hier Ernsthaftigkeit sucht, ist definitiv fehl am Platz.

„Einhorn-Eintopf & die wild-widerspenstige Wilma“ ist für mich ein Feuerwerk an Irrwitz und Unkonventionalität. Sicher nicht für jeden geeignet, aber für alle, die gerne einmal über den Tellerrand hinausschauen wollen, vor einem Übermaß an Sarkasmus und Ironie und einer absolut unorthodoxen Geschichte nicht zurückschrecken, vergebe ich eine klare Leseempfehlung.

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