“Als Hylios brannte” von Annette Juretzki

Verlag: Self-Publishing

ASIN: B08DNYQ6H2

eBook: ca. 31 Seiten

Release: Juli 2020

Genre: Low-Fantasy

Teil einer Reihe: –

 

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Annette Juretzki

Beschreibung:

»Ich hatte jeden meiner Kämpfe der Rebellion geschenkt. Dieses Duell gehörte uns beiden allein.«

Die Rebellion ist geglückt, der Palast von Hylios steht in Flammen – doch statt zu feiern, flieht ein Rebell vor dem nahen Sieg. In den engen Straßen der Stadt trifft er auf einen der letzten Verteidiger, dem nichts außer seiner Verzweiflung geblieben ist. Und so tragen in der Abenddämmerung des Krieges zwei Feinde ihren letzten Kampf aus, der mit Hass beginnt und zu Leidenschaft verglüht. Denn Hoffnung ist wie der Phönix – wo sie stirbt, da lebt sie auf.

Enemy to Lover trifft auf rußverschmierte Poesie.

Diese Kurzgeschichte ist erstmals 2015 in der Erotik-Anthologie »In seiner Hand« im Incubus Verlag erschienen.
Umfang: 7829 Wörter

Mein Eindruck:

Dass Annette Juretzki unverschämt gute Fantasy schreibt, weiß ich seit ich „Von Rache und Regen – Regentänzer“ von ihr gelesen habe. Kurzgeschichten haben aber ihre eigenen Regeln. Es ist meiner Meinung nach eine Kunst, mit einer so begrenzten Seitenzahl, Stimmung aufzubauen und Gefühle zu transportieren, schließlich bleibt nicht die Zeit, um den Leser groß in die Gesichte einzuführen.

Der erste Satz:
– Gern sage ich, ich war im Feuer, als Hylios brannte, denn dann kümmert niemanden die Wahrheit. –

Es ist eine Flucht vor dem Sieg, die den Rebellen durch die Gassen von Hylios treibt, eine Flucht vor dem, was aus der anfänglichen Euphorie über den Kampf geworden ist. Hylios brennt, doch anstatt den Sieg zu feiern, möchte er nur noch weg, flüchten, genau wie die Geschlagenen. Im Schein der brennenden Stadt muss sich der Sieger dann aber doch noch seinem vermeintlichen Feind stellen.

– Hier hockte ich als Beutetier, zusammengepfercht mit meinem Räuber, und hatte plötzlich jede Wahl. Nicht einmal beim Feuer war meine Furcht so gewaltig gewesen. – (S. 9)

Annette Juretzki hat mich mit diesem Rebellen mitgenommen in eine zerstörte Stadt. Sie schafft es innerhalb kürzester Zeit, die Anspannung, die durch den Fall Hylios´ allgegenwärtig ist, zu transportieren. Der Schein des Feuers verbreitet sie und erstickt alles andere. Es ist ungewiss, was kommen wird – für den Sieger ebenso, wie für den Verlierer. Als sich die zwei Gegner in den flackernden Schatten gegenüberstehen, entlädt sich diese Anspannung. Anfangs noch relativ grob und von Misstrauen geprägt, färbt sich das Spiel im Verlauf zu einem leidenschaftlichen Aufeinandertreffen. Dieser Wandel der Stimmung kam sehr intensiv bei mir an und mit jeder Seite wurde mein Wunsch größer, dass es für die beiden keine Verlierer oder Sieger mehr geben würde, dass zwischen den Trümmern von Hylios etwas Neues entsteht, dass das vernichtende Feuer von der Hoffnung auf eine Zukunft abgelöst wird.

„Als Hylios brannte“ ist eine wundervolle Kurzgeschichte über eine Nacht, die alles verändert. Das Aufeinandertreffen der beiden Figuren ist kein bloßer Akt, sondern ein emotionales Feuerwerk vor der Kulisse einer gefallenen Welt und dafür gebe ich sehr gerne eine ausdrückliche Leseempfehlung.

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