„Unter einem Banner“ von Elea Brandt

„Unter einem Banner“ von Elea Brandt

Verlag: Dead Soft Verlag

ISBN: 978-3960891772

Softcover: 442 Seiten

Release: Juni 2019

Genre: Historical-Fantasy

Teil einer Reihe:

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Dead Soft Verlag

Beschreibung:

Blutroter Schnee. Brennende Zelte. Sterbende Kameraden.

Jede Nacht durchleidet Reykan erneut die Schrecken des Krieges, in dem er mehr verloren hat als nur eine Schlacht. Reykan sehnt sich nach Frieden, aber sein Pflichtgefühl kettet ihn an den Königshof und zwingt ihn mitten in die Unruhen, welche die Hauptstadt in Atem halten. Als feindliche Truppen die Mauern stürmen und der König vor Reykans Augen stirbt, fällt ihm die undankbare Aufgabe zu, den verwöhnten Kronprinzen Benrik in Sicherheit zu bringen.

Gejagt von skrupellosen Gegnern geraten die beiden ungleichen Männer immer wieder aneinander, bis Reykan beginnt, hinter Benriks Fassade zu blicken. Doch ihre Verfolger kommen näher und Reykan muss sich fragen, wie viel er wirklich für Benrik empfindet und was er bereit ist, für ihn zu opfern.

Mein Eindruck:

„Unter einem Banner“ war irgendwann einmal ein Spontankauf und ist dann in meinem Stapel an ungelesenen Büchern immer weiter nach hinten gerutscht. Nachdem ich aber inzwischen von mehreren Seiten zu hören bekommen habe, dass ich die Geschichte unbedingt lesen sollte, habe ich sie nun endlich in Angriff genommen.

Der erste Satz:
– Die Welt versank in drückendem Grau. –

Ein Krieg, grausam und nicht zu gewinnen, hat aus Reykan einen gebrochenen Mann gemacht. Er hat verloren, was ihm wichtig war, miterlebt wie seine Männer, unter ihnen die Liebe seines Lebens, ohne Rücksicht auf Verluste ins Verderben geschickt wurden. Den immer wiederkehrenden Bildern dieser schrecklichen Erinnerungen hofft er, mit einem Austritt aus dem Dienst des Königs, der das Wohl seines Volkes aus den Augen verloren hat, zu entfliehen, hofft, die Vergangenheit abschütteln zu können. Das Schicksal hat aber Anderes mit ihm vor und so gibt er dem letzten Wunsch des verhassten Königs nach.

– »Beschützt … meinen Sohn.« Ein Zittern überlief seinen Körper, rasselnd rang er nach Luft. »Ihr müsst … Schwört es mir. Bitte …«

Reykan senkte den Blick. Sein Schwur hatte ihm nichts als Leid beschert, alles in ihm sträubte sich, dem König dieses letzte Versprechen zu geben. Doch würde er damit leben können, einem Todgeweihten seinen Wunsch zu verweigern? Reykan kannte die Antwort. – (S. 115)

Elea Brandt hat mich mit diesem Roman in eine sehr atmosphärische Welt eintauchen lassen, die mich schon ab den ersten Seiten vereinnahmt hat. Zuzuschreiben ist das dem detailreich ausgearbeiteten Setting. Ich liebe diese Feinheiten, die einer Geschichte erst das gewisse Etwas geben. Während sich die Erzählung wahnsinnig spannend entwickelt, entdeckt man auch bei den einzelnen Charakteren die unterschiedlichsten Facetten, was sie für mich extrem interessant macht. Reykan ist nicht der Held in der schillernden Rüstung, dem alle zu Füßen liegen, sondern ein Mann mit Zweifeln, der Fehler macht und unvernünftige Entscheidungen trifft. Etwas, was ihn für mich total sympathisch macht. Und auch Benrik ist viel mehr, als das Bild des verzogenen Prinzen auf den ersten Blick suggeriert.

Ein weiterer Punkt, der mir wirklich gut gefallen hat, ist, dass sich die übergreifende Handlung und die darin eingebettete Love-Story harmonisch ineinanderfließen. Das Kennenlernen und die Annäherung der Beiden geht eher langsam von statten. Es ist ein Herantasten zwischen Flucht, Konflikten, Intrigen und der vagen Hoffnung auf einen Sieg.

Wer „Unter einem Banner“ noch nicht gelesen haben sollte, dem sage nun auch ich: Lies es! Es erwartet dich eine Geschichte, die großartig erzählt wird, die fesselt und zu Herzen geht – eine unbedingte Leseempfehlung von meiner Seite.

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