„Traumweber“ von Aeryn Vescori

„Traumweber“ von Aeryn Vescori

Verlag: Self-Publishing

ISBN: 978-1973330578

Softcover: 286 Seiten

Release: Mai 2014

Genre: Urban Fantasy

Teil einer Reihe: –

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Aeryn Vescori

Beschreibung:

In einer stürmischen Nacht kommen die Häscher des Ordens Aiden holen. Mit vorgehaltener Klinge zwingen sie ihn, sich zwischen Sklaverei und Tod zu entscheiden. Als er sie nach Serinis in die Hauptstadt des Reiches begleitet, begreift er nicht nur, dass er nichts mit den anderen Magiern gemein hat, sondern auch, dass seine Fähigkeit, Träume zu weben und in ihnen zu tanzen, etwas ganz Besonderes ist. So ist es kein Wunder, dass der junge Magier Kellin auf ihn aufmerksam wird und ihn in die Abenteuer des Widerstands verstrickt. Aber wem hält Kellin wirklich die Treue und was sind das für eigentümliche Gefühle, die er in Aiden weckt? Zwischen magischen Kristallen und den Ruinen alter Tage muss Aiden sich entscheiden.

Mein Eindruck:

Leseempfehlungen aus dem Bekanntenkreis nehme ich immer gerne an, vor allem, wenn sich das gelesene Genre mit meinem deckt. Durch so ein „Das musst du unbedingt lesen!“ ist der Traumweber bei mir gelandet und ich war natürlich extrem neugierig, ob die Geschichte hält, was mir versprochen wurde.

Der erste Satz:
– Es war Nacht, als sie ihn holen kamen, und das Land lag friedlich schlummernd unter der silbrigen Decke des Mondes. –

Dank den Magiern erlebte die Welt einen technischen Aufschwung, durch ihre Gaben wurde Energie nutzbar und das Leben um vieles angenehmer. Trotzdem fristen sie ein Dasein im Verborgenen. Entweder unter der Knechtschaft des Ordens oder in ständiger Furcht vor einem Aufgriff durch dessen Kontrolleure. Letzteres ist Aidens Schicksal und er wird aus seinem abgelegenen Heimatdorf in die Hauptstadt Serinis verfrachtet. Diese Stadt fühlt sich für ihn absolut falsch an. Es ist nicht seine Welt, er gehört nicht dorthin, und die Missstände, die bezüglich der Magier in Serinis herrschen, verstärken diese Empfindungen. Aiden ist fest entschlossen daran etwas zu ändern und seine Magie, die einzigartig ist, öffnet ihm die Tore zum Widerstand. In einer Welt, in der die Menschen es aber gewohnt sind, sich hinter emotionslosen Masken zu verstecken, ist Vorsicht oberstes Gebot und Vertrauen ein Geschenk.

– Das Flüstern der Stadt war allgegenwärtig, während sie durch das Labyrinth der Straßen und Gassen huschten. Begleitet wurde es von dem Summen und Knistern, das aus den Kristallen drang, die über Hauseingängen prangten, sich als Leitungen über Fassaden zogen und von Dachgiebeln herableuchteten. Manchmal, wenn sich die magische Energie darin regte, sprangen glitzernde Funken heraus und schwirrten wie verirrte Glühwürmchen durch die Luft. – (S. 147)

Die Welt, die Aeryn Vescori in „Traumweber“ erschaffen hat, finde ich großartig. Magie beherrscht das Leben, die Menschen sind angewiesen auf diese Technik und doch werden diejenigen, die den Wohlstand sichern, wie Aussätzige behandelt. Die Magier werden vom Orden weggesperrt und unterjocht, als Schutz vor sie selbst und natürlich auch für die Bevölkerung – heißt es. Ein Gesellschaftskonstrukt, welches eine große Portion Zündstoff beinhaltet. Mit Aidens Geschichte setzt der Autor bei genau diesen Missständen an und ich finde den Weg, den der junge Magier gehen muss, extrem interessant umgesetzt. Einen kleinen Wehrmutstropfen habe ich allerdings, wobei das wirklich meckern auf hohem Niveau ist. Für die Erzählung ist der Einblick in das Setting nämlich völlig ausreichend, ich persönlich hätte aber gerne viel mehr von dieser magisch-technischen Welt gesehen und irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, in meinem Entdeckerdrang ausgebremst zu werden.

Aiden hingegen konnte mich mit seiner Unsicherheit, seinen Prinzipien, und wie er seine Umgebung wahrnimmt, ohne Wenn und Aber begeistern. Das Zusammenspiel mit den verschiedenen anderen Charakteren, allen voran Kellin, dem Anführer des Widerstands, und die Entwicklung der Geschehnisse ist toll. Es gibt zwar eine Love-Story, diese fügt sich aber klein und fein in das große Ganze der Geschichte ein, auf die Aeryn Vescori eindeutig den Fokus gelegt hat. Zu guter Letzt bescherte mir der Autor dann noch einen absoluten WOW-Moment, mit dem man das komplette Buch nochmal mit ganz anderen Augen sieht.

Als Leser*in beschreitet man mit „Traumweber“ keine ausgetretenen Wege. Die Idee ist herrlich anders und Aeryn Vescori erzählt auf fast schon poetische Weise eine Geschichte, die überrascht und ich gebe die Empfehlung, die ich selbst zu diesem Buch bekommen habe, an euch weiter. Lest es!

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