„Schmerzvolle Sehnsucht“ von Nathan Jaeger

Verlag: Self-Publishing

ASIN: B07C9N8TWT

Nur als eBook erhältlich: ca. 297 Seiten

Release: März 2018

Genre: Contemporary, BDSM

Teil einer Reihe:

 

© Coverrechte: Nathan Jaeger / Autor

Rezension

Die Sehnsucht nach loslassen dürfen und aufgefangen werden.

Wie testet man eine Ahnung aus ohne einen wirklichen Plan davon zu haben, wie man das ganze „richtig“ angeht. Ryans letzter Ausweg ist die Schaltung einer Annonce in einer einschlägigen Zeitung, mit der Hoffnung, dass sich seiner jemand annimmt. Als er diese schon aufgeben hat, da die Resonanz auf seinen Aufruf gegen null tendiert, meldet sich Tage später Allen – Sir Allen. Die knappe Ansage, die Ryan hingeworfen bekommt, versetzt ihn in helle Aufregung und so lässt er sich auf ein abendliches Treffen in einem abgelegenen Park ein. Die Gefahr, in die er sich mit dieser unbedachten und naiven Zusage begibt, wird ihm erst bewusst, als Sir Allen ihm die möglichen Folgen auf seine Anzeige sehr eindringlich schildert. Ist es Sir Allens Beschützerinstinkt oder wirkliches Interesse ist, warum er sich Ryan annimmt? Fest steht auf alle Fälle – „Lasst die Spiele beginnen!“

Eine BDSM-Geschichte finde ich für den Autor immer eine Gratwanderung, da der Übergang von Unterwerfung bzw. Erniedrigung zur Demütigung fließend ist und jeder Leser diesen anders einstuft. Bei diesem Buch hat Nathan Jaeger das für mich perfekt getroffen, denn den in diesem Genre oft verwendeten „Dirty Talk“, der nach meinem Empfinden leider gerne übers Ziel hinausschießt und dann eher den gegenteiligen Effekt hat, sucht man hier vergebens. Ein weiterer absoluter Pluspunkt ist, dass sich beide Protagonisten auf Augenhöhe befinden. Diese Ebenbürtigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und wird nur durch die Sessions aufgehoben, die ich sehr schön umgesetzt fand. Es wird deutlich, dass so eine Dom/Sub Beziehung nur funktionieren kann wenn absolutes Vertrauen herrscht. Ryan muss sich darauf verlassen, dass Allen nicht nur sich selbst sondern auch ihn im Blick hat und für Allen ist es essenziell, dass Ryan im Vorfeld klar seine Grenzen definiert um nicht zu weit zu gehen. Während ihrer Spiele klappt das wunderbar, in der Liebesbeziehung, mit der beide anfangs etwas überfordert sind, nicht immer, doch sie bewegen sich aufeinander zu ohne sich für den jeweils anderen zu verbiegen. Sie müssen lernen, dass sich die Rollen beim fallen und auffangen sehr schnell ändern können, dieses „selbst finden“ macht die zwei für mich sehr authentisch und liebenswert. Der Autor kreiert durch seinen emotional sehr eindringlichen Schreibstil immer wieder Storys, die ohne Anlaufzeit direkt bei mir ankommen. Diese hier macht dabei keine Ausnahme, obwohl ich mir aufgrund seiner vorherigen Werke erst nicht so recht vorstellen konnte wie das Thema BDSM und Nathan Jaeger überhaupt zusammenpassen. Es passt, sehr gut sogar und ich würde mir wünschen einmal wieder ein Buch von ihm in den Händen halten zu dürfen das in diese Richtung geht!

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Danke!

 

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