“Mitten im Irgendwo” von Roan Parrish

“Mitten im Irgendwo” von Roan Parrish

Verlag: Monster Press

ASIN: B09B1BFNYT

eBook: ca. 407 Seiten

Release: Juli 2021

Genre: Contemporary

Teil einer Reihe: Mitten im Irgendwo
1. Mitten im Irgendwo
2. Aus dem Nichts
3. Im Hier und Jetzt

© Klappentext und Coverrechte: Monster Press

Beschreibung:

Daniel Mulligan ist tätowiert, hart im Nehmen und besitzt eine scharfe Zunge. Seine Unsicherheit versteckt er hinter Sarkasmus. Daniel hat nie irgendwo dazugehört – nicht zu Hause in Philadelphia, bei seinem Vater und seinen Brüdern, die alle Automechaniker sind, nicht an der Uni, wo seine Klassenkameraden von den Ivy League Eliteuniversitäten auf ihn herabgesehen haben. Jetzt ist Daniel erleichtert, eine Stelle an einem kleinen College in Holiday, Nord-Michigan, bekommen zu haben. Er ist jedoch durch und durch ein Stadtmensch und es ist klar, dass diese kleine Stadt nur ein weiterer Ort ist, an dem er nicht dazugehören wird.

Rex Vale klammert sich an seine tägliche Arbeit, um so die Einsamkeit in Schach zu halten: er verpasst seinem muskulösen Körper den letzten Schliff, perfektioniert seine Rezepte und fertigt maßgeschreinerte Möbel an. Rex lebt schon seit mehreren Jahren in Holiday, doch seine Schüchternheit und eindrucksvolle Körpergröße haben ihn daran gehindert, mit den Menschen näher in Kontakt zu treten.

Als sich die beiden Männer begegnen, ist die Chemie zwischen ihnen explosiv. Rex fürchtet jedoch, Daniel könnte nur ein weiterer Mensch sein, der ihn verlassen wird und Daniel hat gelernt, dass jemandem zu vertrauen, eine fatale Schwäche bedeuten kann. Gerade als sie beginnen, die trennenden Mauern, die sie um sich errichtet haben, einzureißen, muss Daniel nach Hause, nach Philadelphia. Dort entdeckt er ein Geheimnis, das alles, was er geglaubt hat, verändert.

Mein Eindruck:

Ursprünglich erschienen die ersten beiden Bände der „Mitten im Irgendwo“ Reihe in einem anderen Verlag und fast genau so lange lagen sie schon bei mir ungelesen auf dem Reader. Warum? Auch wenn die drei Geschichten der Trilogie eigenständige Handlungen besitzen, wollte sich mein innerer Monk nicht so recht darauf einlassen, ohne den dritten Teil auskommen zu müssen, da dieser nicht mehr übersetzt wurde. Inzwischen sind die Bücher aber über Monster Press wieder zu bekommen und auch „Im Hier und Jetzt“ wurde, sehr zu meiner Freude, ins Deutsche übersetzt.

Die Geschichte um Daniel und Rex hat mir wahnsinnig gut gefallen. Einen großen Anteil daran hat, dass sich Roan Parrish sehr viel Zeit nimmt, sie zu erzählen. Für manche mag sich das langatmig anfühlen, ich persönlich liebe es, wenn ich während des Lesens völlig in diese Welt einsinken kann, ich mit den Charakteren vermeintliche Nichtigkeiten erlebe, sich ein facettenreiches Leben auftut, anstatt von einer Schlüsselstelle zur nächsten gejagt zu werden. Diese Vollständigkeit, dieses Zusammenspiel von vergangenen Erfahrungen und dem, was die Figuren gerade erleben, wie sie agieren und reagieren, macht die Charaktere für mich authentisch und schenkt ihnen eine Tiefe, die ich in manch anderem Buch leider schmerzlich vermisse.

Obwohl die Chemie zwischen Daniel und Rex von Anfang an explosiv ist, entwickelt sich die Beziehung zwischen ihnen eher bedächtig. Ich fand es toll, dass ihnen der Raum gegeben wurde, sich kennenzulernen, dass sich die Schatten ihres bisherigen Lebens nicht in Luft auflösen, sondern ein Teil von ihnen bleiben, mit dem sie lernen müssen umzugehen. Die expliziten Szenen, von denen es doch ein paar gibt, kamen sehr intensiv bei mir an. Nicht nur, dass sie wirklich ansprechend geschrieben sind, sondern auch auf emotionaler Ebene transportieren sie enorm viel.

„Mitten im Irgendwo“ setzt die Messlatte für die Folgebände wirklich hoch. Wundervoll erzählt, atmosphärisch dicht und mit Charakteren, denen man emotional sehr nahekommt, möchte ich das Buch jedem ans Herz legen, der sich gerne die Zeit nimmt, um vollständig in eine andere Welt einzutauchen.

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