“Aus dem Nichts” von Roan Parrish

“Aus dem Nichts” von Roan Parrish

Verlag: Monster Press

ASIN: B09BBCGX9R

eBook: ca. 309 Seiten

Release: Juli 2021

Genre: Contemporary

Teil einer Reihe: Mitten im Irgendwo
1. Mitten im Irgendwo
2. Aus dem Nichts
3. Im Hier und Jetzt

© Klappentext Coverrechte: Monster Press

Beschreibung:

Die einzige Sache, die Colin Mulligans Leben Sinn gibt, ist das Auseinandernehmen und wieder Zusammensetzen von Autos. In der Werkstatt, in der er zusammen mit seinem Vater und seinen Brüdern arbeitet, versucht er ohne Panikattacke und Wutausbruch durch den Tag zu kommen. Trinken hilft. Ebenso wie Laufen und Gewichtheben, bis er sich kaum noch auf den Beinen halten kann. Nichts davon kann jedoch die Tatsache, dass er schwul ist, ändern – ein Geheimnis, das er vor allen verheimlicht.

Rafael Guerra hat einen Weg gefunden, mit seiner Vergangenheit, für die er sich schämt, zu leben. Sein Leben hat er der Sozialarbeit und der Hilfe von Jugendlichen, die wie er aus ärmlichen Verhältnissen stammen, gewidmet. Für Liebe hat er keine Zeit. Verflucht, er hat kaum Zeit für sich selbst. Irgendwie zieht ihn alles an dem unglücklichen, selbstzerstörerischen Colin an. Der Weg dorthin ist jedoch mit den Schwierigkeiten gepflastert, die Rafe mit so viel Anstrengung hinter sich gelassen hat. Als ihre Beziehung tiefer wird, sind Rafe und Colin gezwungen, Geheimnisse ans Licht zu bringen, die jeder von ihnen gerne weiterhin im Dunkeln gelassen hätte.

Mein Eindruck:

Colin war im ersten Band der „Mitten im Irgendwo“ Reihe meilenweit davon entfernt, ein Sympathieträger zu sein, da ich sein Verhalten seinem Bruder Daniel gegenüber mehr als unterirdisch empfand. Und ganz ehrlich, ich war wirklich skeptisch, ob Roan Parrish es schaffen würde, dass ich mich mit ihm anfreunde.

Bisher kannte man das Verhältnis zwischen den Mulligan-Brüdern nur aus Daniels Sicht. Colins Geschichte, warum er ist wie er ist, woher die ablehnende Haltung Daniel gegenüber herkommt, ist definitiv kein leichter Stoff. Der große Knackpunkt ist dabei sein Vater. Colin hat es sein ganzes Leben nicht geschafft sich aus dessen ungesundem Einflussbereich zu lösen. Er ordnete der Anerkennung seines Vaters alles unter und führt dadurch einen zerstörerischen, aussichtslosen Kampf, vor allem gegen sich selbst. Mit Rafe erreicht dieser Kampf eine andere Ebene und Colin muss ich damit auseinandersetzten, wie sein Leben sein könnte.

Sprachlich steht dieser zweite Band seinem Vorgänger in nichts nach und Roan Parrish hat auch hier wieder eine facettenreiche, tiefgründige Erzählung abgeliefert. Ich empfand sie durch Colins abwehrendes, düsteres Wesen und seine darauffolgende Entwicklung sogar noch um einiges intensiver als Daniels Geschichte. Mitunter liegt das wohl auch daran, dass nicht nur Colins Leben einem Kampf gleicht, sondern, dass er sich auch meine Zuneigung Stück für Stück erkämpfen musste. Ich fand es wundervoll, wie er mehr und mehr zu dem Menschen wurde, den er versucht hat, unter seiner abschreckenden Schale zu verbergen. Auf diesem Weg begleitete ihn nicht nur Rafe, sondern auch eine Gruppe an Nebencharakteren, die ich absolut großartig fand und die Colin auf ihre ganze eigene Weise ermutigten einen Blick über den Tellerrand seines eingefahrenen Alltags zu werfen.

Demnach eine klare Leseempfehlung von mir … wer bereits von „Mitten im Irgendwo“ begeistert war, sollte unbedingt auch Colins Geschichte kennenlernen.

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