„In Love with Adam“ von Liam Erpenbach

Verlag: Forever by Ullstein

ISBN: 978-3958184350

Softcover: 288 Seiten

Release: Februar 2019

Genre: Contemporary, Coming-Out, Coming of Age

Teil einer Reihe: –

 

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Forever by Ullstein Verlag

Vorweg möchte ich mich noch ganz herzlich für das bereitgestellte Rezensionsexemplar bedanken.

Laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag dadurch unter „Werbung“!

Beschreibung:

Alte Tagebücher, eine junge Liebe und der Mut, endlich zu sich selbst zu stehen.

Sam ist ein Außenseiter. Seit er seinen besten Freund verloren hat, zieht er sich immer mehr in sich und seine Bücherwelt zurück. Seine Klassenkameraden geben ihm das Gefühl, dass er anders ist, und so fühlt er sich auch. Bis er Adam, dem gutaussehenden und beliebten Footballstar der Schule, in einer Buchhandlung begegnet und sich alles verändert. Adam weicht Sam nicht mehr von der Seite und in seiner Gegenwart hat Sam endlich das Gefühl, richtig zu sein, so wie er ist. Doch Adam darf niemals herausfinden, dass sein Herz etwas zu schnell schlägt, wenn er in seine grauen Augen blickt und er nachts von Adams weichen Lippen träumt … Erst als Sam die Tagebücher seines Großvaters findet, versteht er, was es heißt, ein Leben lang ein Geheimnis zu hüten. Wird er den Mut finden, zu seinen Gefühlen zu stehen?

Mein Eindruck:

Ein Debüt ist für viele Leser wie die Katze im Sack. Man kennt weder den Autor, noch seine Art Geschichten zu erzählen. Eine Erwartungshaltung, wie bei Autoren, deren Stil ich bereits kenne, hatte ich bei „In Love with Adam“ deswegen nicht. Für zukünftige Werke hängt die Messlatte, jetzt nachdem ich das Buch beendet habe, allerdings wirklich hoch.

Wer bin ich? Was macht mich aus? Bin ich OK, so wie ich bin?
Ich denke, jeder hat sich selbst schon irgendwann diese Fragen gestellt und versucht sie zu beantworten. Auch für Sam sind sie unausweichlich, obwohl er davor zurückschreckt. Für mich absolut verständlich, da sein Leben seit seinem großen Verlust einem Spießrutenlauf gleicht. Mobbing und Demütigungen in der Schule, die Sorge der Eltern um seine psychische Verfassung und seine eigenen Bemühungen nichts und niemanden mehr emotional an sich heran zu lassen, um nicht wieder Gefahr zu laufen, in die Dunkelheit gestoßen zu werden. Auch Adam hält er lange auf Distanz, immer im Zweifel über dessen Beweggründe. Was sollte jemand, der im Ansehen ganz oben steht schon von jemandem wollen, der, im wahrsten Sinne des Wortes, am Boden liegt. Dadurch, dass die Geschichte rein aus Samuels Perspektive erzählt wird, kam der Kampf, den er mit sich selbst führt sehr intensiv bei mir an. Es ist aber nicht nur die langsam wachsende Verbindung zwischen den beiden ungleichen jungen Männern, die fast gänzlich ohne dramatische „Special-effects“ auskommt und dadurch sehr authentisch wirkt, sondern auch die Balance im Aufbau des ganzen Buches, die mir wahnsinnig gut gefallen hat. Die Love-Story, Sams Selbstfindung und die rückblickenden Zeitsprünge durch die Tagebucheinträge  des Großvaters sind toll miteinander verwoben, zusätzlich fängt der bildhafte Schreibstil des Autors die vorherrschende Stimmung großartig ein.

– „Die Nachmittagssonne fiel durch die schmutzigen Scheiben und in dem rötlichen Licht tanzten winzige Staubflöckchen zwischen den Regalen. Minutenlang, so kam es mir vor, stand ich da und sah dabei zu, wie sie langsam zu Boden sanken.“ – (Pos. 340, Kap. 1)

Einen Kritikpunkt habe ich zum Schluss allerdings dann doch noch. Der betrifft aber weder die Geschichte oder deren Ende, welches dem Leser sehr viel Freiraum lässt um sich seine eigenen Gedanken über die Zukunft von Sam und Adam zu machen, noch den Autor selbst. Die Kritik geht an den Verlag. Ich habe mich, nachdem mich dieses Buch so sehr begeistern konnte, etwas im Netz schlau gemacht und herausgefunden, dass der von Liam Erpenbach vorgesehene und sehr viel besser passende Buchtitel „Semikolon“ ausgeschlagen und durch den relativ bedeutungslosen „In Love with Adam“ ersetzt wurde. Sehr bedauerlich, denn das Satzzeichen steht für das Ende eines Satzes und doch verbindet es ihn mit dem Nächsten – so wie das Ende eines Lebensabschnittes einen weiteren einleitet.

An meiner Bewertung ändert diese Tatsache allerdings nichts, denn Liam Erpenbach erzählt sehr einnehmend und wunderschön eine Geschichte über das Erwachsenwerden, über Ängste und über die Suche nach seinem ganz eigenen Platz in der Welt. Mehr als verdient bekommt „Semikolon“ von mir daher eine klare Leseempfehlung.

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