„Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ von Svea Lundberg

Verlag: Dead Soft Verlag

ISBN: 978-3960890218

Softcover: 364 Seiten

Release: August 2016

Genre: Contemporary, Drama

Teil einer Reihe: Inbetween

1. Zwischen Bühne und Bordell
2. Zwischen Bahnsteig und Bestatter
3. Zwischen Fallen und Fliegen

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Dead Soft Verlag

Beschreibung:

Jerik hält nicht viel von Musicals und an so etwas wie Liebe auf den ersten Blick glaubt er auch nicht – so lange, bis er bei einer Show einem Tänzer begegnet, der ihn ungewollt eines Besseren belehrt. Alexej ist allerdings kein Mann für eine Beziehung und Jerik nicht interessiert an einem Kerl, der sein eigenes Leben nicht auf die Reihe bekommt.

Dennoch gehen die beiden das Wagnis einer Beziehung ein, obwohl Jerik weiß, dass Alexej seine Drogensucht mit bezahltem Sex finanziert.

Mein Eindruck:

Svea Lundberg war mir durch „Die stille Seite der Musik“ schon ein Begriff. Ihr wunderbarer Schreibstil hat diese ruhige Geschichte, ohne Längen entstehen zu lassen, getragen. So habe ich mich jetzt an „Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ herangewagt und ich wurde nicht enttäuscht, obwohl dieses Buch von der Thematik her so ganz anders ist.

Mit Jerik, dem bodenständigen Studenten, und Alexej, der für das Tanzen und die Bühne lebt, prallen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch stimmt die Chemie zwischen den beiden von Anfang an. Jerik muss aber leider relativ schnell erfahren, dass der Körper des charismatischen Mannes nicht nur beim Tanzen sein größtes Kapital ist. Nachdem der erste Schock über die Prostitution seines Freundes einigermaßen verdaut ist, wird Jerik zusätzlich noch mit dessen Drogensucht konfrontiert. Dadurch, dass die Geschichte komplett aus Jeriks Sicht erzählt wird, bekommt man als Leser sehr eindringlich vor Auge geführt, wie es ist, emotional mit jemandem verbunden zu sein, der seinen Konsum zwar zugibt, das Ausmaß seiner Sucht aber nicht wahrhaben will. Mir ging der kontinuierliche Fall bis hin zum kompletten Absturz von Alexej sehr nahe, was vor allem der stimmigen und authentischen Darstellung der Charaktere zuzuschreiben ist.

– „Das Schweigen zwischen uns als wir die Stufen zu seinem Loft hinaufstiegen, manifestierte sich zu Eis. Ich fror, wie ich lange nicht mehr gefroren hatte. Aber ich konnte ihn nicht in dieser Kälte zurücklassen. Nicht jetzt.“- (S. 96)

Die Zeit mit Alexej wird für Jerik zu einem ständigen auf und ab. Er möchte vertrauen, hofft und doch wird er immer wieder enttäuscht. Ich habe mich oft gefragt, wie viele Rückschläge die Liebe ertragen kann, ohne daran zu Grunde zu gehen, ob Jerik bis hin zur Selbstaufgabe für die teilweise aussichtslose Beziehung kämpft. Das Ende empfand ich als kleinen Lichtblick, der hoffen lässt – auf eine Zukunft ohne ständige Angst, auf Ehrlichkeit und auf einen Neuanfang. So bin ich neugierig was der dritte Teil der „Inbetween-Reihe“ mit sich bringt, da dieser Alexejs Sicht auf die Geschichte erzählt.

„Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ kam bei mir sehr intensiv an. Ein Drama, emotional, einnehmend und nicht ganz einfach zu verdauen, das ich aber aufgrund der positiven Wendung zum Schluss mit einem guten Gefühl beendet habe. Von mir bekommt dieser Reihenauftakt eine klare Leseempfehlung.

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