“Elevator: Gefangen mit Dir” von Bonnyb. Bendix


Verlag: Self-Publishing

ISBN: 978-1976963728

Softcover: 236 Seiten

Release: Januar 2018

Genre: Contemporary

Teil einer Reihe: –

 

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Bonnyb. Bendix / Autor

Beschreibung:

Zwei Jungs, gefangen in einem defekten Fahrstuhl. Keine optimalen Voraussetzungen, wenn man sich eigentlich nicht ausstehen kann. Ein viel zu enges Gefängnis, vollgestopft mit Emotionen, die einem Pulverfass gleichen. Geschehnisse der Vergangenheit brechen hervor und wirbeln längst vergessen geglaubte Gefühle an die Oberfläche.

Aber Rettung ist keine in Sicht und plötzlich ist klar, dass man nur als Team dem Gefängnis entkommen kann. Aus Feinden werden Verbündete und das Schicksal hat die Karten neu gemischt und hält noch einige Überraschungen für die beiden jungen Männer parat. Können sie sich nicht nur aus dem Gefängnis, sondern auch aus der Tristesse und Hoffnungslosigkeit, der Gewalt und den Drogen ihres Viertels befreien?

Mein Eindruck:

Ich bin eigentlich niemand, der sich ausschließlich nur wegen des Covers für ein Buch entscheidet. Bei diesem hier hat mich der alte Fahrstuhl gepaart mit der irgendwie düsteren Stimmung aber sofort angesprungen, ich konnte gar nicht so schnell überlegen wie es dann auf meinem Reader gelandet ist. Entpuppt hat sich die Geschichte um Lucas und Glen als eine Story, die mich uneingeschränkt gefangen genommen hat. Die Anlaufzeit, die ich bei manchen Büchern brauche, um in die Geschichte hinein zu finden, gab es hier nicht. Zum einen, weil sich der Schreibstil der Autorin sehr flüssig lesen lässt, zum anderen, weil man in eine Szene einsteigt, die mir Gänsehaut beschert hat.

– „Ein enger Raum, oder eher eine Falle, zu wenig Platz für mich… zu wenig Platz für ihn. Ein Raum gefüllt mit Emotionen, … Aber am schlimmsten ist die Tatsache, dass es kein Entkommen gibt, keine Chance, hier einfach zu verschwinden …“ –

Nach und nach erklärt sich, wie diese beklemmende Situation zustande gekommen ist und im Nachhinein betrachtet versinnbildlicht das Festsitzen in diesem antiquierten Aufzug geradezu die Lebenssituation der zwei Protagonisten. Beide wachsen in einem heruntergekommenen Brennpunktviertel auf, in dem Gewalt und Bandenkriminalität an der Tagesordnung ist. Entweder man versucht unter dem Radar zu bleiben oder man passt sich an. Anders sein, nicht der Norm entsprechen und sich dennoch offen und ohne Angst bewegen zu können, gibt es nicht – sie stecken beide fest, ohne wirkliche Perspektive und gefangen in einer Umgebung, die sie einengt.

Lucas Taktik, seine Homosexualität im Geheimen auszuleben und somit wenig Angriffsfläche zu bieten, funktioniert nur begrenzt. Vor allem nach dem schicksalhaften ersten Aufeinandertreffen mit Glen, da dieser sich für die andere Seite entschieden hat und sich anfangs weder eingestehen kann noch will, dass Lucas ihn auf eine „verbotene“ Art reizt. Deshalb muss Lucas diesen Umstand teuer mit einem täglichen Spießrutenlauf bezahlen. Da die Geschichte nur aus seiner Sicht geschrieben ist, waren diese Treibjagten für mich überaus beklemmend zu lesen und seine Panik deswegen sehr greifbar. Ich kann aber das Verhalten von beiden, auch von Glen, sehr gut nachvollziehen. Glen hat sein ganzes Leben nur Gewalt kennen gelernt, so ist es auch nicht verwunderlich, dass für ihn dies als die einzige Reaktion, auf das, was Lucas in ihm auslöst, in Frage kommt. Da er immer auf sich alleine gestellt war, nie Rückhalt in der Familie hatte, verunsichert ihn Lucas offene und freundliche Art. Dessen Wunsch ohne Einschränkungen leben zu können, die Hoffnung und den Glauben an eine bessere Zukunft, obwohl die Aussichten darauf nicht gerade rosig erscheinen, machen Glen Angst. Ich fand es wundervoll zu lesen, wie Lucas damit umgeht, auch wenn Glens Handeln mich, vor allem wegen seiner Vorgeschichte, das ein oder andre Mal traurig stimmte. Das Schicksal nimmt die beiden aber bei der Hand und es ist schön mitzuerleben, wie aus Angst ganz langsam Vertrauen wird und die Aussicht auf eine bessere Zukunft Gestalt annimmt.

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