“From Devils and Mermen – Reihe” von Akira Arenth

“From Devils and Mermen – Reihe” von Akira Arenth

Verlag: Self-Publishing

ISBN: 978-1980661030

Softcover: 636 Seiten

Release: Mai 2018

Genre: Fantasy

Teil einer Reihe:

Sammelband Teil 1-5

© Coverrechte: Akira Arenth / Autor

Rezension

Kleine Geschichtskunde über Teufel und Co.

Von den Menschen vertrieben leben die Leviath, die dritte humane Rasse die die Evolution hervorgebracht hat, in Höhlen tief unter der Erde. Die irgendwann kaum noch vorhandenen Berührungspunkte zwischen den Bewohnern der Unterwelt und ihren Nachbarn unter freiem Himmel führten dazu, dass die Leviath von den Menschen mystifizierte und damit zum sinnbildlichen Teufel gemacht wurden – Hörner, Klauenfüße, Schwanz und eine furchteinflößend große Statur laden schließlich gerade dazu ein. Dass auch so eine „Teufels“-Horde ihre Gesellschaftsstruktur und Hierarchien hat, an deren Spitze einzig und allein die „Seelenjäger“, dem Aufspüren und Einfangen von verdorbenen Seelen unter dem Menschen nachgehen dürfen, passt Sèl so gar nicht in den Kram. Er wurde nicht für die Oberfläche auserwählt und schuftet nun Tag ein, Tag aus als „Quäler“ und sorgt dafür, dass die Aykrothis-Steine, mit denen die Leviath in Symbiose leben, die Seelenenergie bestmöglich aus ihren menschlichen Opfern aufnehmen können. Als sich Sèl dann eines Tages die Möglichkeit bietet die Karriereleiter ein paar Stufen hinaufzuklettern und ein Seelenjäger zu werden, greift er natürlich sofort zu, sich nicht im Klaren darüber, dass für ihn die sprichwörtliche Hölle mit seinem Aufstieg Realität werden könnte.

 

Vorweg möchte ich gleich schon einmal erwähnen, dass zartbesaitete Leser gerade zu Anfang wahrscheinlich an ihre Grenzen stoßen könnten, denn Akira Arenth beschreibt sehr unverblümt und detailreich wie das Leben seiner Teufel so aussieht, Folter und Demütigung sind quasi an der Tagesordnung. Es wäre aber schade, wenn die komplette Reihe deswegen keine Chance bekommen würde, ich empfand sie nämlich als einzigartig und absolut lesenswert. Einen großen Anteil an dieser Faszination macht für mich Sèl aus, der kleine Teufel hat es in sich und ist mit seinem losen Mundwerk und den zum Teil makabren Sprüchen mein Sympathieträger schlecht hin. Anfangs noch in die Kategorie „gewissenlos und menschenverachtend“ einzustufen, lernt man ihn aber recht schnell von einer anderen Seite kennen und muss seinen Wesenszügen noch mitfühlend, fürsorglich und sogar außergewöhnlich liebenswert hinzufügen. Vor allem während seiner Odyssee durch die Oberwelt, bei der er ausführliche Bekanntschaft mit den abscheulichsten Taten der Menschheit macht, welche unter dem „reinen“ Mantel von Religion und Wissenschaft stattfinden, beweist der Anti-Held wahre Größe. Diese fünf Bände sind aber keine Ein-Teufel-Show und so sind auch alle anderen Protagonisten, wie z. B. Sèls Bruder Dakrath oder der, aus den menschlichen Fängen gerettete Cain, mit all ihren Macken, ihren guten und schlechten Eigenschaften, sehr vielschichtig gezeichnet. Im letzten Band, der als Sequel einige Jahre später spielt, liegt das Hauptaugenmerk sogar auf Dakrath und Rakroth (Sèls Sohn), was übergangslos von statten geht, ohne die beiden zu Beginn noch groß ausbauen zu müssen. Akira Arenth hat in diese Story sehr subtil Themen einfließen lassen, die gerade wieder mehr als aktuell sind und durch seinen lockeren Schreibstil, der immer wieder mit einer guten Prise schwarzem Humor durchsetzt ist, macht er diese Geschichte zu einem unvorhersehbaren Abenteuer, welches bei mir noch sehr präsent ist obwohl ich es schon vor einiger Zeit gelesen habe.

Spannend und düster – Dark Fantasy, die für mich genau so ist, wie sie sein soll!

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