“17 Sünden” von Lina Franken

Verlag: Self-Publishing

ISBN: 978-3744814560

Softcover: 328 Seiten

Release: August 2017

Genre: Fantasy

Teil einer Reihe: Peccamini-City Reihe

1. 17 Sünden
2. 6 Farben von Glas
3. 3 Geiseln von Eden -> ?

© Coverrechte: Lina Franken / Autor

Rezension

Was zur Hölle?

Was könnte einen gottesfürchtigen Mann mehr auf die Probe stellen als ein waschechter Dämon und genau das passiert Bruder Joel. Er stolpert im wahrsten Sinne des Wortes während eine Flucht irgendwo in der heruntergekommensten Gegend von Peccamini-City über die Füße einer solchen Ausgeburt der Hölle. Weder Keren, dem Kriegs-Dämon dessen Bestimmung es ist Unglück zu verbreiten, noch Joel offenbart sich zu dem Zeitpunkt welche weitreichenden Folgen dieses Aufeinandertreffen haben wird. Für Keren ist es erst einmal oberste Priorität aus seiner Gefangenschaft, in die er durch und mit dem Mönch geraten ist, auszubrechen. Mittel und Wege sind ihm alle recht, auch wenn das die Rettung des Gottesmannes (nicht sehr dämon-like) mit beinhaltet. Der himmlische Dank dafür, nämlich die Erlassung seiner Sünden, bringt Keren ganz gewaltig in die Bredouille, da er so ganz ohne unmoralische Altlasten nicht mehr ohne weiteres in die Hölle zurückkehren kann. Doch Keren wäre nicht Keren, wenn er dafür nicht die ultimative Lösung finden würde – begehe die 7 Todsünden, breche alle 10 Gebote und ziehe dann die „Fahr direkt zur Hölle-Karte“. Eigentlich recht easy, wenn nicht immer Bruder Joel gewollt oder ungewollt dazwischenfunken würde.

Mit dieser Story hat Lina Franken bei mir punktgenau einen Nerv getroffen, denn Urban-Fantasy mit dämonischen Protagonisten geht immer und die Geschichte die sich hinter dem wunderschönen Cover verbirgt hat es in sich. Sie ist witzig, manchmal schon fast „blasphemisch“ aber auch nachdenklich stimmend. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, was mir aber ganz besonders gut gefallen hat ist, dass die Perspektive je Kapitel wechselt und somit auch die Ausdrucks– bzw. Erzählweise. Bei Joel ist jede Silbe ein Zeichen seine reine Seele, Keren bedient sich lieber des verbalen Vorschlaghammers und genau das finde ich das herausragendste an diesem Buch – die Charaktere. Sei es der fromme Mönch, der grundsätzlich an das Gute im Menschen (Dämon) glaubt und sich zur Aufgabe gemacht hat Keren auf den „rechten Weg“ zu bringen oder aber Keren, der eben Keren ist – rotzfrech, eigensinnig, ohne Schamgefühl und immer auf Provokation aus aber im Grunde genommen voller Selbstzweifel und trotzdem, oder gerade deswegen sowas von liebenswert. Der Pinguin und die Laberliesel vervollständigen dieses kongeniale Quartett, welches bei den diversen Anläufen den Dämon wieder in die Hölle zu bringen bzw. ihn zu bekehren auf so manch unorthodoxes Mittel zurückgreift. Die festgefahrenen Grenzen zwischen richtig oder falsch verschwinden dabei immer mehr und vor allem Joel muss sich irgendwann die Frage stellen was mehr zählt – der Vorsatz Gutes zu tun und damit auf der Stelle zu treten oder seine selbst auferlegten moralischen Fesseln zu sprengen und wirklich etwas zu bewegen.

Mir machte es großen Spaß das Duo bei ihrer ganz eigenen Mission zu begleiten und nachdem ich jetzt weiß welches Chaos Keren mit seinem Gefolge verursachen kann bin ich froh, dass unser Haus in den Wochen seit die Truppe bei mir eingezogen ist, noch nicht dem Erdboden gleichgemacht wurde.

 

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