“Wie Schwimmen im Meer” von Matti Laaksonen

“Wie Schwimmen im Meer” von Matti Laaksonen

Verlag: Self-Publishing

ISBN: 978-3756220267

Softcover: 308 Seiten

Release: Juni 2022

Genre: Contemporary

Teil einer Reihe: –

© Klappentext, Zitat- und Coverrechte: Matti Laaksonen

Vorweg möchte ich mich noch ganz herzlich für das bereitgestellte Rezensionsexemplar bedanken.
Laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag dadurch unter „Werbung“!

Beschreibung:

»Wenn ich es genauer betrachtete, war auch mein Leben ein einziges großes Klischee.«

Sich zu verlieben scheint das normalste der Welt zu sein, aber nicht für Till. Der Achtzehnjährige blickt eher argwöhnisch auf diese Gefühlswelt und vertieft sich stattdessen in die Schreiberei.

Erst als Jannik in sein Leben tritt, begreift Till, dass die Fragen, die er in seinem Roman stellt, auch für ihn selbst eine größere Rolle spielen.

Jannik, der noch nie das Meer gesehen hat und eine außergewöhnliche Liebe für Hühner hegt, hilft ihm dabei, Antworten zu finden, doch gleichzeitig ist er auch der Grund, aus dem Tills bisheriges Leben aus den Fugen gerät.

Was ist wichtiger – Liebe oder Freundschaft? Was ist überhaupt der Unterschied? Und wieso müssen die beiden erst im Meer schwimmen, um das zu verstehen?

Mein Eindruck:

Werke aus der Feder von Matti Laaksonen waren für mich immer Geschichten zum Eintauchen und Wohlfühlen. Sie kommen ohne großes Drama aus und wirken dadurch sehr menschlich und authentisch und sprechen mich vor allem deswegen an. „Wie Schwimmen im Meer“ stand schon auf meiner Liste, als das Buch noch nicht mal einen offiziellen Titel hatte und ich habe mich wahnsinnig darauf gefreut, mich hineinfallen zu lassen.

Der erste Satz:
– Trotzig starre ich in die kalten Fluten, die unter mir gegen den Felsen schlagen. –

Das einzige, von dem Till mit Bestimmtheit sagen kann, dass es sein Ding ist, ist das Schreiben. In vielen anderen Punkten hängt er dagegen regelrecht in der Schwebe und hat noch keinen Plan, wo es denn hingehen soll, was genau sich für ihn richtig anfühlt. Nicht leicht, wenn man zwar mit geschriebenen Worten gut umgehen kann, man sie aber nicht über die Lippen bekommt und deswegen Gedanken, Zweifel und Ängste, wenn überhaupt, lieber mit sich selbst bespricht. Das alles ändert sich, als Jannik auftaucht und Till sich, mehr denn je, mit sich selbst auseinandersetzen muss.

– »Vielleicht gibt es einfach mehr als Freundschaft und Liebe. Vielleicht gibt es etwas dazwischen. Etwas, das genauso wertvoll ist.« – (Pos. 2279)

Till ist ein absolut wundervoller Charakter, den ich sofort ins Herz geschlossen habe. Er kämpft mit seiner Unsicherheit, seinen Zweifeln und vor allem mit dem Druck der Erwartungen aus seinem Umfeld, welche hauptsächlich das Thema Beziehungen betreffen. Auf seinem Weg zu sich selbst ist Till aber nicht alleine. Matti Laaksonen hat ihm eine kleinen, aber großartigen Freundeskreis zur Seite gestellt. Kira, bei der er Unterschlupf findet, wenn ihm mal wieder alles zu viel wird, Hagen, der so ganz anders tickt als Till, der aber immer ein offenes Ohr für ihn hat, und natürlich Jannik, der Till mit seinem Einfühlungsvermögen und seiner bedächtigen Art ermutigt, sich auszuloten ohne Angst vor Ablehnung haben zu müssen. Und dann existiert da noch Walter. Warum er für Till so wichtig ist, müsst ihr allerdings selbst herausfinden.

Für mich ist „Wie Schwimmen im Meer“ bisher das stärkste Buch des Autors. Er behandelt das Thema Aromantik feinfühlig, unaufgeregt und mit einer unglaublichen Tiefe und bringt es dadurch Lesenden, die bisher keine beziehungsweise kaum Berührungspunkte damit hatten, sehr authentisch näher. Von mir gibt’s deswegen eine mehr als ausdrückliche Leseempfehlung für die Geschichte.

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