„Wenn Liebe eine Sünde ist“ von Màili Cavanagh

Verlag: Weibsbilder-Verlag

ISBN: 978-3961921010

Softcover: 264 Seiten

Release: November 2018

Genre: Historical-Romance

Teil einer Reihe: –

 

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Weibsbilder-Verlag

Vorweg möchte ich mich noch ganz herzlich für das bereitgestellte Rezensionsexemplar bedanken.

Laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag dadurch unter „Werbung“!

Beschreibung:

Irland im Jahr 1848. Die Bewohner der Grünen Insel leiden unter der Herrschaft der Engländer. Als auch noch eine große Hungersnot ausbricht, beschließen viele Menschen ihre geliebte Heimat zu verlassen und in der Neuen Welt ihr Glück zu versuchen. So auch der Arzt Ruadhán Maher, der den Gerüchten Glauben schenkt, dass dort jeder so leben kann, wie er will.

Mein Eindruck:

Sind sie nicht in der Fantasy angesiedelt, haben historische Romane bei mir meist einen schweren Stand. Mich auf die Sprache einzulassen, die an die jeweilige Zeit angelehnt ist, bereitet mir oftmals Schwierigkeiten und auch die Epoche, in der die Geschichte spielt, hat einen großen Einfluss darauf, ob ich zu einem Buch mit historischem Setting greife, oder nicht. Der Klapptext zu „Wenn Liebe eine Sünde ist“ hat mich neugierig gemacht und ich war gespannt, wie Màili Cavanagh die beschwerliche Reise in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten umgesetzt hat.

Zunächst wird man aber Zeuge, unter welchen Umständen Ruadhán, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, in seiner Heimat Irland lebt, oder besser gesagt überlebt. Die Menschen sind arm, sie bestreiten ihre Existenz durch Ackerbau und Viehzucht und nachdem England den Teil, den es für sich beansprucht, an der Ernte eingetrieben hat, bleibt den Iren nur mehr das Nötigste – zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Ruadhán führt, im Vergleich zu seinen Landsleuten, ein relativ gutes Leben. Er hat ein Dach über dem Kopf, täglich etwas zu essen und was für ihn am wichtigsten ist, er kann seinen Patienten, wenn auch mit bescheidenen Mitteln, helfen. Das ändert sich grundlegend mit dem Ausbruch der Kartoffelpest, einem Pilz, der komplette Ernten vernichtet. Màili Cavanagh beschreibt ungeschönt welche Auswirkungen der Zusammenbruch der Grundversorgung auf die Gesellschaft und auch auf den irischen Arzt persönlich hat. Nachdem ihm der letzte Halt genommen und Situation immer aussichtsloser wird, schließt Ruadhán sich dem Strom der Auswanderer an, obwohl er diesen Schritt mit seinem Gewissen kaum vereinbaren kann.

– „Mutig wäre es gewesen zu bleiben“, flüsterte er. „Den anderen beizustehen. Sterbenden die Hand zu halten, sie nicht allein zu lassen in ihren letzten Stunden, wenn man nichts anderes mehr tun kann.“ Er schluckte. Kämpfte mit den Tränen. „Ich habe das Gefühl, versagt zu haben. Du nennst mich mutig? Ich halte mich für feige!“ – (S. 151)

Durch das erlebte Elend, den täglich Kampf ums Überleben aber auch durch sein Mitgefühl wird Ruadhán zu einem sehr starken und liebenswürdigen Charakter, dem ich sein Glück wahrhaftig gegönnt habe. Die Ankunft in der neuen Welt ist aber dann ernüchternd, denn die Hoffnung auf ein besseres Leben, auf ein Leben in einem Land, das seiner Neigung offen gegenüber steht, ohne Hunger und mit der Möglichkeit als Arzt seiner Berufung zu folgen und anderen Menschen zu helfen, lässt sich nur teilweise verwirklichen.

Die Autorin bleibt mit ihrer Erzählung sehr nahe an den historischen Fakten und auch die Liebe zwischen zwei Männern im Rahmen der damaligen Möglichkeiten zu blassen, macht „Wenn Liebe eine Sünde ist“ für mich nur authentischer und auch gleichzeitig den großen Reiz der Geschichte aus. Die Umsetzung der Beziehung, die leisen Töne im Verborgenen, fand ich großartig. Dank des wundervollen Schreibstils wirkt Ruadháns Suche nach einem erfüllten Leben nicht bedrückend, sondern trägt immer einen Hauch Zuversicht mit sich. Màili Cavanaghs Roman hat mir ein paar sehr intensive Lesestunden geschenkt und bekommt von mir deswegen eine klare Leseempfehlung.

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Danke!

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