„Von Rache und Regen: Regentänzer“ von Annette Juretzki

Verlag: Traumtänzer Verlag

ISBN: 978-3947031269

Softcover: 562 Seiten

Release: Oktober 2019

Genre: High-Fantasy

Teil einer Reihe: Von Rache und Regen

1. Regentänzer

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Traumtänzer Verlag

Vorweg möchte ich mich noch ganz herzlich für das bereitgestellte Rezensionsexemplar bedanken.

Laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag dadurch unter „Werbung“!

Beschreibung:

»Die Götter meinten es nicht gut mit uns, denn es ist eine grausame Zeit, in die wir geboren wurden.«

In einem alten Krieg kämpft das Imperium gegen die Ash’Bahar und einen Fluch, der die Toten wiederauferstehen lässt. In diesen Wirren desertiert der Soldat Riagh, um in seiner von Untoten überrannten Heimat nach Anryn zu suchen – der Frau, der er versprochen wurde. Als er unterwegs versehentlich Nuzar das Leben rettet, will Riagh sich eigentlich nicht lange mit ihm beschäftigen, denn Nuzar ist einer jener Feuermagier, die an den Untoten schuld sind. Nur ist Nuzar niemand, den man so leicht vergessen könnte, und er weiß, wie der Fluch zu bannen ist. Aber solche Macht hat stets ihren Preis – und es ist an Riagh, ihn zu zahlen.

Sword & Sorcery in einer eisenzeitlichen Fantasywelt.

Mein Eindruck:

Über die Bücher, die Annette Juretzki bis jetzt veröffentlicht hat, habe ich fast ausschließlich Positives gelesen. Auch die ersten Meinungen zu „Von Rache und Regen: Regentänzer“ gehen in dieselbe Richtung. Als dann noch die Beschreibung „düster“ im Raum stand, konnte ich einfach nicht wiederstehen und musste wissen, was sich hinter diesem wundervollen, und im Nachhinein betrachtet, absolut passenden Cover verbirgt.

Zu viele sind gestorben und Riagh ist des Kämpfens müde. Die Verluste in den Reihen der Feinde, im eigenen Volk und unter den ihm Nahestehenden lasten schwer auf ihm – er wird zum Deserteur. Gebrandmarkt und dadurch für jeden ersichtlich, dass er ein Verräter des Imperiums ist, ist er unterwegs zurück in seine Heimat. Seine Verlobte zu finden und vor der Bedrohung durch den Fluch, der sie zu einem Zombi macht, zu beschützen hat oberste Priorität und soll seinem gescheiterten Leben noch einen Sinn geben. Der Dienst an der Front hat Riagh geprägt, er ist der Gewalt gegenüber Unterlegenen überdrüssig, und so greift er ein, als eine Gruppe einen Einzelnen misshandelt. Nicht ahnend, dass er einem Ash´Bahar, einem Mann aus dem Volk, welches für den Fluch verantwortlich ist, das Leben rettet und welche Tragweite diese Entscheidung für ihn selbst, aber auch für alle anderen hat.

Der „Regentänzer“ spielt in einer Welt, die mich beeindruckt hat. Ohne sich der typischen Fantasy-Wesen, oder epischen Kämpfen zu bedienen, fasziniert sie durch ihre Einfachheit, was ich absolut nicht abwertend meine. Annette Juretzkis Weltenbau braucht keinen phantastischen Prunk um grandios zu sein. Durch viele Feinheiten, vor allem in der Sprache, wirkt Riahgs Heimat lebendig und real. So gibt es in seiner Muttersprache zum Beispiel zig Bezeichnungen für die unterschiedlichen Arten des Regens. Ebenso finden sich zu Anfang eines jeden Kapitels zwei konträre Zitate, die die Unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Völker verdeutlichen. Die Tristesse, die das ganze Land durchtränkt, sei es durch den andauernden Regen, durch den Krieg, der Brüder zu Feinden macht, oder die Aussichtslosigkeit in Hinblick auf die Zukunft, fordert ihre Opfer und schafft für mich einen nicht geahnte Tiefe. All das Leid, bringt aber auch ungeahnte Stärke hervor.

Riagh hatte sie, diese Stärke, doch der Dienst für das Imperium hinterließ seine Spuren. Von ihm ist nur noch eine leere Hülle, angefüllt mit Schuldgefühlen, übriggeblieben. Dadurch, dass die Geschichte komplett aus Riaghs Sicht erzählt wird, kam diese Zerrissenheit sehr eindrücklich bei mir an. Nuzar dagegen ist ein Mysterium. Annette Juretzki gibt den beiden, und auch mir als Leserin, aber Zeit sich und die jeweiligen Eigenheiten ausreichen kennen zu lernen. Die Wortgefechte der beiden sind zum niederknien, was vor allem dem unterschiedlichen Background von Nuzar und Riagh geschuldet ist. Als Dear´waa denkt der eine bevor er redet, der andere trägt sein Herz auf der Zunge. Aber nicht nur die Dialoge, sondern das komplette Zusammenspiel fand ich großartig. Ganz fein entwickelt sich aus dem gegenseitigen Misstrauen ein Band der Zuneigung, das ihre Handlungen zunehmend beeinflusst, meiner Meinung aber nicht überhandnimmt und die Geschichte dadurch erdrückt, sondern in der Lage ist Neues, Großes zu erschaffen.

– Denn wo du dich dem Zweifel ergibst, wird nichts geschehen. Magie ist Schmerz, Riagh. Die Welt formt sich nicht nach deinem Wunsch, sondern nach deinem Willen. Nur wer bereit ist, etwas zu opfern, kann etwas verändern. – (S. 254)

Einen klitzekleinen Kritikpunkt habe ich allerdings. Das Ende dieses Bandes schließt mit einem fiesen Cut und ich möchte deswegen zurück in diese Welt, jetzt sofort!

Trotzdem feiere ich den „Regentänzer“ mit seinem genialen Setting, den unterschiedlich gezeichneten Haupt- und Nebencharakteren, der düsteren Stimmung und seiner ganz eigenen Magie, und ich freue mich auf meine Rückkehr zu Riagh und Nuzar und zu all dem, was ihre Welt ausmacht. Für mich war dieser Auftaktband ein absolutes Highlight, den ich jedem ans Herz legen möchte, der der weniger schillernden, dunklen Seite der Fantasy etwas abgewinnen kann.

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Danke!

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