„Sommersommer“ von Finja Lundqvist

„Sommersommer“ von Finja Lundqvist

Verlag: Wreaders Verlag

ISBN: 978-3967331745

Softcover: 320 Seiten

Release: März 2021

Genre: Contemporary, Coming-Out, Coming of age

Teil einer Reihe: –

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Wreaders Verlag

Vorweg möchte ich mich noch ganz herzlich für das bereitgestellte Rezensionsexemplar bedanken.
Laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag dadurch unter „Werbung“!

Beschreibung:

„Etwas an Aurie lässt mich träumen. Wenn er bei mir ist, sind meine Gefühle weiter und farbiger und größer. Werden himmelsgleicher. Dehnen sich aus, bis ich nicht mehr weiß, wo sie begonnen haben, wo sie enden. Sie reichen bis weit über den Horizont, bis zu den Wolken. Manchmal bis zu den Sternen. Sind tief und hoch und zu viel für mein Herz.“

Es ist Juli, es sind Ferien, Aurie und Linus verbringen ihre Tage im Freibad und in tiefgrünen Sommerwäldern. Sie sind beste Freunde, seit sie denken können. Aber Linus ist in Aurie verliebt … und auch Auries Herz schlägt jedes Mal höher, wenn Linus in der Nähe ist.

Alles könnte perfekt sein, als die beiden Jungen sich ihre Gefühle eingestehen – doch es ist verdammt schwer, eine Beziehung zu führen, wenn der eine in Tiefen aus Wut und Verzweiflung zu versinken droht und der andere ihm nicht helfen kann …

Mein Eindruck:

Mit den Worten „poetisch“ und „wundervolle Geschichte“ wurde mir das Debut von Finja Lundqvist ans Herz gelegt und damit fiel mir die Entscheidung nicht schwer, die Geschichte um Aurie und Linus bei mir einziehen zu lassen.

Der erste Satz:
– Ich bin mit dem Gesicht nach oben geboren worden. –

Schon seit geraumer Zeit weiß Linus, dass er für seinen besten Freund seit Kindertagen weit mehr empfindet als reine Freundschaft und auch für Aurie wird nach einem Auslandsjahr von Linus immer deutlicher, dass seine Gefühle tiefer gehen. Die Gefühle füreinander sind klar. Doch auch mit der erwiderten Liebe von Aurie, mit dem, was Linus sich immer gewünscht hat, scheint er nicht glücklich sein zu können. Für Aurie ist das nur schwer zu verstehen. Linus hat doch alles, eine liebende Familie, Rückhalt und Freunde … nicht wie er selbst, der es kaum erwarten kann, von zu Hause auszubrechen.

– »Ich denke … sich zu verlieben ist nicht wie Fliegen. Es ist wie Fallen.« Es kann so wehtun. »Manchmal hat man einen Fallschirm und manchmal nicht. Das Fallen muss sich lohnen. Und wenn es heimlich ist … kann es sich gar nicht erst lohnen.« – (Pos. 567)

Suggeriert das Cover und der Titel eine leichte Sommer-Lektüre, ist „Sommersommer“ doch so viel mehr. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, darüber, sich selbst zu finden, über Depressionen und den Umgang damit, über schwierige Familienverhältnisse und natürlich über die Liebe, die nicht immer leicht ist.

Finja Lundqvist geht diese Themen ruhig und feinfühlig an, wodurch die ganze Geschichte auf mich sehr authentisch wirkt. Gerade diese leisen Töne bringen eine emotionale Tiefe mit, die ich wahnsinnig gerne lese. Auch mit Linus und Aurie konnte die Autorin bei mir Punkten. Die beiden sind so herrlich normal, haben Ecken und Kanten, Unsicherheiten und Ängste, Wünsche und Hoffnungen.

Trotz der schwierigen Themen wirkt „Sommersommer“ aber keinesfalls bedrückend, ganz im Gegenteil. Es gibt so viel positives zu entdecken, was durch den poetisch angehauchten Erzählstil direkt ins Herz geht.

Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung. Ich werde Finja Lundqvist definitiv im Auge behalten, neugierig, was da noch so kommen mag.

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