“Nennitas Sohn” von Sandra Gernt

Verlag: Self-Publishing

ISBN: 978-1718703452

Softcover: 318 Seiten

Release: April 2018

Genre: Historical-Fantasy

Teil einer Reihe: –

 

© Klapptext und Coverrechte: Sandra Gernt / Autorin

Beschreibung:

Tarryn wollte nie etwas anderes vom Leben, als ein Sohn Nennitas zu sein – ein Bewahrer der Schriften, der Göttin der Weisheit geweiht. Doch als überzähliger Spross einer Adelsfamilie wird er gezwungen, eine Bündnisehe einzugehen – mit einem Mann. Einem Krieger in einem fernen Land, für den Tarryn ein wertloses Nichts ist. Ein notwendiges Übel, das eine Lieferung von Waffen, Kriegsrössern und Soldaten garantiert, mehr nicht. Ohne die Möglichkeit der Kommunikation ist er als Gelehrter unter raubeinigen Kriegern verloren. Doch ein wahrer Sohn Nennitas findet seinen Weg …

Mein Eindruck:

Sandra Gernt hat mich mit „Nennitas Sohn“ in die historisch anmutende Ecke des großen Fantasy-Universums mitgenommen. Es ist eine Geschichte über Ängste, Vorurteile, Respekt und Hoffnung – eine Geschichte, die zeigt, dass Kraft und Mut oftmals dort zu finden ist, wo man es am wenigsten erwartet. Mit ihrer bildreichen Art zu schreiben, webt die Autorin um die beiden Hauptcharaktere eine wundervolle, manchmal auch düstere Welt, in die ich komplett eintauchen konnte und die Stunden darin sehr genossen habe.

Tarryn auf seiner Odyssee zu begleiten, fand ich spannend und oft sehr berührend. Er muss die schützenden Klostermauern und sein Leben als Bewahrer der Schriften hinter sich lassen, um dem Befehl seiner Eltern Folge zu leisten und sich als Gemahl, oder besser gesagt, als Faustpfand, in eine Verbindung fügen, die ihn zutiefst verängstigt. Ein Kindheitstrauma, Folge seiner menschenunwürdigen Überführung durch gekaufte Soldaten in das Kloster, macht es ihm unmöglich sich den rauen Bewohnern von Skomark und auch Ranulf, seinem Mann, aus eigener Kraft anzunähern. Die Sprachbarriere, die Tarryn trotz seiner umfassenden Ausbildung nicht überbrücken kann, vertieft die Kluft zwischen ihm und allen anderen zusätzlich. Zudem wird er von den Untergebenen seines Gatten aufgrund seiner schmächtigen Statur und introvertierte Art nur belächelt und als wertlos abgetan. Bei einem Volk, das durch seine körperlichen Attribute wie für den Krieg, den es auch seit Jahrzehnten kämpft muss, geschaffen ist, durchaus plausibel. Die abwechselnde Erzählperspektive zwischen Tarryn und Ranulf verdeutlicht sehr gut, in welchem Dilemma Tarryn steckt und wie er auf seine Umgebung wirkt. Doch statt an seinem Schicksal zu zerbrechen, kämpft er – gegen alle Vorurteile, gegen seine inneren Dämonen und, mit den ihm gegeben Mitteln, auch gegen die Feinde des skomarkischen Volkes. Langsam beginnt Ranulf zu begreifen, was wirklich in seinem „Klotz am Bein“ steckt und das daraus wachsende Verständnis, die Annäherung der beiden, ging mir wirklich zu Herzen. Diese leisen Töne, gepaart mit Turbulenzen und unüberwindbar anmutenden Schwierigkeiten, machen für mich den großen Reiz dieser Geschichte aus.

Wer sich gerne auf historisch angehauchte Fantasy mit einer ungewöhnlichen Love-Story einlässt, sollte Tarryn auf seiner Reise in die Skomark begleiten. Von meiner Seite gibt es dafür eine verdiente Leseempfehlung.

 

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