„Feuer über Nasira“ von Katy Rose Pool

„Feuer über Nasira“ von Katy Rose Pool

Verlag: cbj Verlag

ISBN: 978-3570165614

Hardcover: 576 Seiten

Release: September 2020

Genre: High-Fantasy

Teil einer Reihe: The Age of Darkness
1. Feuer über Nasira
2. Schatten über Behesda
3. Das Ende der Welt

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: cbj Verlag

Beschreibung:

Fünf Schicksale, eine Prophezeiung, ein Auserwählter: Nur einer kann die Welt retten – oder in den Untergang stürzen …

Einst lenkten sieben Propheten die Welt, doch sie sind längst verschwunden. Geblieben ist nur ihre letzte, geheime Prophezeiung. Sie sagt ein Zeitalter der Dunkelheit voraus und die Geburt eines neuen Propheten, der die Welt entweder retten oder ihr Untergang sein wird. Fünf junge Menschen führt die Prophezeiung zusammen: einen Prinzen in der Verbannung, eine Mörderin, die ihre Opfer mit der »Blassen Hand« zeichnet, einen getreuen Paladin zwischen Pflichtgefühl und Herz, einen Spieler mit der Gabe, alles und jeden zu finden, und ein sterbendes Mädchen, das kurz davor ist, aufzugeben. Einer von ihnen hat die Macht, die Welt zu retten – oder sie in den Untergang zu stürzen.

Mein Eindruck:

Für gute Jugendfantasy bin ich eigentlich immer zu haben, sofern sie nicht in eine übertrieben kitschige Love-Story ausartet, und der Klapptext zu „Feuer über Nasira“ verspricht doch so einiges. Den größten Anteil an meinem Interesse an dem Trilogie-Auftakt hatte aber, dass das Buch unter dem Label LGBT* gelistet ist. Es freut mich, dass sich inzwischen auch große Verlage der Thematik öffnen und diese langsam, aber stetig ihren Weg aus der Nische findet und zu dem wird, was es eigentlich sein sollte – Normalität.

Der erste Satz:
– In einem mondbeschienenen Raum über den Dächern von Pallas Athos, der Stadt des Glaubens, kniete ein Priester vor Ephyra und flehte um sein Leben. –

Die Geschichte wird aus fünf verschiedenen Perspektiven erzählt und Katy Rose Pool nimmt sich Zeit, um jede einzelne Figur detailliert aufzubauen. Für manche mag das etwas langatmig anmuten, ich persönlich mochte es sehr. Die Charaktere erhalten dadurch schon sehr früh eine Komplexität, die meiner Meinung nach einen Großteil des Reizes der Erzählung ausmacht und ihr Tiefe verleiht. Beru, Ephyra, Hassan, Anton und Jude, alle haben sie ihre ganz persönliche Geschichte, haben Ängste, Sorgen und Zweifel. Keiner ist perfekt und das macht sie für mich sehr greifbar. Vor allem Jude, der in seine Aufgabe hineingeboren wurde, der zu gerne die großen Erwartungen in ihn erfüllen möchte und doch mit sich hadert, finde ich extrem spannend.

Das ist alles, begriff er. Mehr wirst du nicht bekommen.

Er hatte geglaubt, sobald er in das Antlitz des Propheten blicken würde, würde ihn all das erfüllen, was ihm gefehlt hatte. Aber das war die Illusion eines Kindes gewesen. Eines Kindes, das zum Himmel geblickt und geglaubt hatte, die Sterne würden nur für ihn funkeln.

Nun war er ein erwachsener Mann, der die Wahrheit erkannte. Das ihm bestimmte Schicksal war eingetroffen und es scherte sich nicht darum, ob er dafür bereit war oder nicht. – (S. 180)

Die Welt, die Katy Rose Pool erschaffen hat, gefiel mir ausgesprochen gut. Sie ist gut durchdacht und vielschichtig angelegt. Es finden sich verschiedenste Kulturen mit ganz eigenen Traditionen und Lebensweisen, unterschiedlich ausgerichtete Gaben, die nicht nur positive Aspekte mit sich bringen und, was mir besonders gut gefallen hat, Diversität. Seien es People of Color oder gleichgeschlechtlich Liebende, sie haben ohne großes Aufbauschen der Thematik ihren fixen Platz in der Gesellschaft – sie gehören einfach mit dazu.

Zu der sich nach und nach spannend entwickelnden Haupterzählung gesellen sich auch fein eingewobenen Love-Storys, die allerdings nicht überhandnahmen, sondern als süßes i-Tüpfelchen bei mir angekommen sind.

Zusammengefasst ist „Feuer über Nasira“ ein toller Auftakt, der neugierig macht. Ich möchte diese so unterschiedlichen Charaktere weiter begleiten, erfahren, was sie noch erleben werden, noch tiefer in ihre Welt eintauchen und freue mich schon darauf, den zweiten Band von „The Age of Darkness“ zur Hand zu nehmen. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung.

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