„Der Veilchengraf“ von Jona Dreyer

Verlag: Self-Publisher

ISBN / ASIN:

Release: Oktober 2018

Genre: Historical-Fantasy

Teil einer Reihe:
1. Inselreich Saga: Aneiryn
2. Inselreich Saga: Das Blut des silbernen Wanderers
3. Inselreich Saga: Die Farbe des Mondlichts
3,5. Side-Shortstory: Der Fluch von Skelside
4. Inselreich Saga: Der König der Silion-Gasse
5. Inselreich Saga: Der Veilchengraf

© Klapptext, Cover- und Zitatrechte: Jona Dreyer

Beschreibung:

»Jede Rose hat Dornen. Nehmt sie, oder ich werfe sie weg.«

Der junge Arved kehrt seinem Volk und seiner Heimatsiedlung den Rücken, um in Tumbrias Hauptstadt als Heiler zu arbeiten und mehr von der Welt außerhalb des Waldes zu erfahren. Eines Tages erhält er eine ungewöhnliche Einladung: Graf Gilbert de Aryet, seines Zeichens der mächtigste Mann des Landes, erbittet seine Hilfe. Kaum auf Aryet Manoir angekommen, findet sich Arved in einem Trubel aus Hochzeitsvorbereitungen wieder. Doch die junge Braut des Grafen lebt in Todesangst, denn der unnahbare Mann mit der Maske auf dem Gesicht soll seine bisherigen Gemahlinnen kaltblütig ermordet haben. Kurzerhand beschließt Arved, ihr zur Flucht zu verhelfen. Doch schon bald muss er erkennen, welch einen fatalen Fehler er damit begangen hat …

 Hegt der Graf wirklich ein mörderisches Geheimnis unter seinen unzähligen Masken? Und welches Schicksal blüht Arved hinter den grauen Mauern von Aryet Manoir?

Mein Eindruck:

Die Inselreich-Saga wächst und wächst und umfasst mit dem Veichengraf inzwischen 5 Bände. Da alle einzeln gelesen werden können, ist es egal mit welchem Part man einsteigt. Bei mir war es „Der König der Silion-Gasse“, der mich restlos begeistern konnte, und so war klar, dass auch „Der Veilchengraf“ bei mir einziehen musste.

Die Geschichte um Arved, einem Heiler aus dem Volk der Alvaei, und dem undurchschaubaren Grafen Gilbert de Aryet ist düsterer als sein Vorgänger. Als Historical-Fantasy ist das Setting stark an die Zeit des Mittelalters angelehnt und Jona Dreyer hat die Lebensumstände hier sehr realitätsnah eingewoben. Die Gottesfurcht, bzw. Frömmigkeit, die der Vernunft ketten anlegt und negative Ereignisse als Strafe Gottes deklariert. Die Sicherung des gesellschaftlichen Standes oder politischer Bündnisse hat oberste Priorität, das eigene Befinden ist unwichtig und nicht selten werden Kinder in diese Rolle gepresst. Und auch der Schwarze Tod bekommt in diesem Band eine tragende Rolle.

Für Arved ist dies, vor allem in dem Ausmaß, fremd, als er dem Drang nachgibt und seiner Heimat, im Schutz des Waldes, den Rücken kehrt. Durch Gottes Fügung, oder weil das Schicksal seine Finger im Spiel hatte, landet er als Heiler im Dienst von Gilbert de Aryet. Der Graf der Masken verbirgt nicht nur seine äußeren Narben hinter einer solchen, auch die Narben auf seiner Seele werden sorgfältig versteckt. Verbitterung, erfahrene Ablehnung und Selbstzweifel haben tiefe Spuren hinterlassen. Ich fand es berührend, wie Arved sehr feinfühlig vorgeht um zu Gilbert durchzudringen, um ihn langsam aber kontinuierlich aus seinem Schneckenhaus hervorzulocken. Arveds offene, manchmal unkonventionelle Art lässt den Grafen wieder an das Glück und die Zukunft glauben.

– „Und doch bin ich allein. War ich allein. Arved hat mir das Leben zurückgebracht. … Ich verlange nicht mehr von dir, als dass du das anerkennst. Ich möchte jetzt leben. Vielleich das erst Mal überhaupt.“ – (S. 233)

Leider treffen Menschen allzu oft Entscheidungen, die auf den ersten Blick richtig erscheinen, im Nachhinein betrachtet aber Konsequenzen mit sich ziehen, die eine Situation nur noch verschlimmern. Auch Arved und Gilbert sind davor nicht gefeit und so bleibt es bis zum Schluss spannend, auf welchem Weg das Glück doch noch siegen wird.

Ich liebe Geschichten, die komplex, emotional sehr einnehmenden sind und vielschichtige Charaktere mit sich bringen. „Der Veilchengraf“ zählt eindeutig dazu und so spreche ich für jeden, der sich gerne in eine andere Welt fallen lässt, eine klare Leseempfehlung aus.

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