„Der König der Silion-Gasse“ von Jona Dreyer

Verlag: Self-Publisher

ISBN: 978-1980261148

Softcover: 730 Seiten

Release: März 2018

Genre: Historical-Fantasy

Teil einer Reihe: Inselreich-Saga

1. Der Prinz der drei Heere
2. Das Blut des silbernen Wanderers
3. Die Farbe des Mondlichts
3,5. Der Fluch von Skelside (Sidestory)
4. Der König der Silion-Gasse
5. Der Veilchengraf

© Cover- und Zitatrechte: Jona Dreyer / Autor

Rezension

Eintauchen und darin versinken

Der Befehl von Königin Iona ist Anlass, dass Rheon als Kapitän an Bord der Silion gegen Osten segelt, auf der Suche nach neuen Ländern und Handelsverbindungen. Doch ein Sturm setzt der Expedition ein jähes Ende, das Schiff kentert und Rheon wird als einziger Überlebender an den Strand einer sandigen Einöde gespült. Völlig dehydriert und orientierungslos wird er von Anastasis, dem König von Shelzahav, gefunden und entgeht somit nur knapp dem Tod. Nachdem Anastasis jedoch herausfindet, dass Rheon ein tharoganischer Prinz ist, wird dieser mit sehr „überzeugenden Argumenten“ zu einer Ehe mit dem König genötigt. Dieses politische Arrangement ist wie ein Pulverfass, da beide zu Anfang eigentlich nur Hass für den jeweils anderen hervorbringen. Doch nach und nach klärt sich, dass Anastasis selbst auch nur eine Spielfigur seiner Familie ist und somit stellt sich die Frage: Ist das alles Schicksal oder vielleicht sogar von den Göttern vorherbestimmt?

Der König der Silion-Gasse ist eine bildgewaltige Geschichte, die ich eigentlich nicht direkt im Fantasy-Bereich ansiedeln würde, sondern eher in der Zeit der Kreuzritter, spielend in einer fiktiven Welt. Als Quereinsteiger, ohne das Wissen der vorigen Bände, habe ich mich äußerst schnell in die Geschichte eingefunden. Das Setting ist sehr detailreich, die Soryline gut durchdacht und der Schreibstil hervorragend zu lesen. Jona Dreyer hat die Gabe Emotionen in Worte zu packen und so entwickelt die Geschichte schon nach kurzer Zeit einen Sog, dem man sich als Leser nicht widersetzten kann.

Zu den Protagonisten muss ich gestehen, dass ich zu Anfang Rheon sowie Anastasis nicht wirklich sympathisch fand. Rheon war für mich ein Mann der sich alles nimmt, ohne Rücksicht auf Verluste und Anastasis empfand ich als kalt und berechnend. Im Laufe der Geschichte erfährt man als Leser allerdings, dass Beide ihre ganz persönlichen Dämonen mit sich schleppen und ihr Handeln somit durchaus plausibel wird, was mich meine anfängliche Einschätzung zunehmend über den Haufen werfen ließ. Denn Rheon ist ein Getriebener, der aufgrund seiner Vergangenheit nie zur Ruhe kommt, immer auf der Suche nach Freiheit, nach etwas neuem und aufregendem. Anastasis dagegen versucht sich selbst in eine Rolle zu pressen, nur um der Anerkennung seiner Familie wegen. Seit seiner Geburt ungeliebt und ungewollt, ist für ihn die Möglichkeit undenkbar, dass er um seiner selbst willen angenommen und für wertvoll befunden wird. Der Weg, den beide zu gehen haben ist oft aufreibend, frustrierend und schmerzhaft – macht aber doch immer wieder Hoffnung, dass Liebe alles überwinden kann.

Abschließend möchte ich noch einen Satz aus dem Buch zitieren – „Wer liebt, muss loslassen!“. Diese vier Wörter versinnbildlichen so vieles was in dieser Geschichte passiert, schönes sowie trauriges und genau das macht den König der Silion-Gasse zu einem emotionsgeladenen Meisterwerk!

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