“Christophs Street Day” von Chris P. Rolls

Verlag: MAIN-Verlag

ISBN: 978-3959492423

Softcover: 236 Seiten

Release: September 2018

Genre: Contemporary

Teil einer Reihe: –

 

© Klapptext und Coverrechte: MAIN-Verlag

Beschreibung:

Es war vielleicht nicht die beste Idee zu erwähnen, Bruce Willis anziehend zu finden. Kurzerhand wird Christoph von seiner engagierten Pflegenichte Jenna zusammen mit ihrem ungewöhnlichen LGBT-Freundeskreis auf den CSD in Berlin geschleppt.

Nachdem seine langjährige Freundin und erste Liebe ihn verlassen hat, wollte Busfahrer Christoph in Berlin einen Neuanfang wagen und zog in die Nähe seiner Schwester und deren bunter Familie.

Nie im Leben konnte er ahnen, dass ihn nicht nur das wilde, glitzernde Treiben, sondern vor allem ein Paar bezaubernde Augen und die unerwartete Umarmung einer Dragqueen umhauen würden. Hinter der atemberaubenden Felicita steckt der ebenso heiße Fernando, der Christoph einlädt, ein besonderes Experiment zu wagen. Könnte dies ein ganz spezieller Neuanfang sein? Vielleicht war es am Ende dann doch eine gute Idee…

Eine Story fürs Herz.

Mein Eindruck:

Chris P. Rolls ist für mich eine unglaublich vielseitige Autorin. Der erste Kontakt mit ihren Büchern führte mich in eine eher düstere phantastische Welt, die mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Aber auch die Geschichten, die im Bereich Contemporary angesiedelt sind, haben mich bis jetzt selten enttäuscht. Bei „Christophers Street Day“ war ich neugierig, ob der Inhalt genau so but ist, wie das Cover verspricht.

Das beschauliche Landleben, eine gescheiterte Beziehung und die Annahme definitiv hetero zu sein sind für Christoph, nach seinem Neuanfang in Berlin, Vergangenheit. Stattdessen stolpert er mit wehenden Fahnen in die farbenfrohe Welt der LGBT-Community.

Für mich macht gerade diese bunte, schillernde Gemeinschaft, in der sich Christoph plötzlich wiederfindet, zum großen Teil den Reiz der Geschichte aus. Allen voran Jenna, Chris adoptierte Nichte, und ihr illustrer Freundeskreis. Christophs Faszination, die die Eindrücke auf dem CSD mit sich bringen, kann ich sehr gut nachvollziehen, aber auch seine anfänglichen Bedenken, was Felicitas bzw. Fernando betrifft. Die Geschichte der so unterschiedlichen Männer, ihre Annäherung auf emotionale Ebene, ist schön zu lesen und ohne künstliche Dramen in die Länge gezogen. Leider empfand ich die beiden, wenn ich sie mit den markanten Nebenfiguren vergleiche, etwas blass.

Toleranz, Akzeptanz und die Liebe – dafür steht der CSD und in meine Augen auch dieses Buch. Leider ist davon außerhalb der regenbogenfarbenen Blase für viele, auch bei einigen von Jennas Freunden, schon in der eigenen Familie kein Platz. Ich fand es gut, dass die Autorin, trotz der Wohlfühlstimmung, die die Geschichte mit sich bringt, auch diese Probleme anspricht.

Für mich war „Christophs Street Day“ eine unterhaltsame Love-Story. Fluffig, zuckrig, aber trotzdem mit der nötigen Ernsthaftigkeit bekommen Christoph, Fernando und der restliche chaotische Haufen von mir gerne eine Leseempfehlung.

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