“Shilsas – In den Nebeln” von Chris P. Rolls

Verlag: Self-Publishing

ISBN: 978-1539095873

Softcover: 593 Seiten

Release: Oktober 2016

Genre: Low-Fantasy

Teil einer Reihe: –

 

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Chris P. Rolls

Beschreibung:

Hoch über nebeligen Schluchten liegt die Stadt Shilsas, nur durch Seilbahnen zu erreichen. Stadt der Sünde und des Elends, in der einzig der Tod Gesetz ist.

Navasirt Dadashian ist nur eine einfache Hure, versucht indes lange genug zu überleben, um die Ablösesumme und Passage über die Schlucht bezahlen und der Stadt entkommen zu können. Leichtsinn und Mut führen ihn zu dem gefürchtetsten Mann der Stadt: Matous Azatyan, genannt Hazar Maher, Herr der tausend Tode, den er wider Erwarten beeindruckt. Und auch Nava bekommt den geheimnisvollen Assassinen nicht mehr aus dem Kopf. Bald schon wird er hineingezogen in ein Chaos aus Argwohn, Fragen und Intrigen. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter Matous? Welcher mächtige Feind zieht die Fäden des Netzes, das sich immer enger um Nava und Matous spinnt? Nava weiß nur eines: Traue niemandem in Shilsas.

Mein Eindruck:

Ein Zufallstreffer, der mir auf meiner Suche nach düsterer Fantasy vorgeschlagen wurde. So bin ich völlig unerwartet vor ca. 3 Jahren das erste Mal mit Navasirt und Matous in die Welt der Queeren Geschichten gestolpert. „Shilsas – In den Nebeln“ war sozusagen der Anstoß, das Tor in ein buntes, vielfältiges Universum, das mich seitdem nicht mehr losgelassen hat. Nachdem ich das Buch für einen Re-Read erneut aus dem Regal genommen habe, bekommt es nun seine längst überfällige Rezension.

Der erste Satz:
– Wassertropfen schimmerten innen am blinden Glas des Sprossenfensters. –

Navasirt Dadashian, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ist ein Kind Shilsas. Er ist hineingeboren in diese Stadt, in der nur das Gesetz des Stärkeren zählt. Sein ganzes Leben zielt darauf aus genügend Grüntaler zusammen zu bekommen, um sich seine Freiheit erkaufen zu können und seiner Heimat den Rücken zu kehren. Nachdem ihn einer seiner Kunden mit einer unbekannten Münze, und dem Verweis, er könne sie ja beim Herrn der tausend Tode eintauschen, bezahlt, fordert Nava von Hazar Maher seinen verdienten Lohn. Mutig – denn die Welt Schatten ist oft ohne Widerkehr.

– Shilsas, die verruchte Stadt in den Nebeln. … Ein Ort, an dem jedes Gesetz wertlos war, solange man keine Waffe besaß, um es durchzusetzen. Ein Ort, an dem jedes Vergnügen, jede Ausschweifung möglich und käuflich war. So wie jeder Mensch darin, … – (S. 20)

Die Geschichte, die Chris P. Rolls um die Stadt im Nebel und um Navasirt und Matous gewebt hat, konnte mich sofort begeistern. Einen erheblichen Anteil daran hat das grandiose Setting. Shilsas befindet sich auf einem Felsplateau, umgeben von scheinbar bodenlosen Schluchten, erreichbar lediglich über Seilbahnen und eingehüllt in den allgegenwärtigen Nebel. Mit jeder gelesen Zeile bin ich tiefer in diese düstere Welt eingetaucht. In Shilsas zu leben bedeutet zu überleben. Trostlosigkeit, Elend und die ständige präsente Gefahr bestimmen den Alltag der Bewohner. Skrupellosigkeit und Macht sind untrennbar miteinander verknüpft. So sind die wahren Herrscher der Stadt die Männer, die in und aus den Schatten, der dunkelsten Seite Silsas, agieren und in deren Focus man besser nicht gerät. Doch genau das macht Nava, indem er sich an Matous Azatyan wendet. Die Gegensätzlichkeit der Beiden und auch deren Hintergrund fand ich ungemein spannend. Auf der einen Seite die Hure, die sich selbst als gering wertet, aber dennoch Mut und Stolz nicht verloren hat, auf der anderen Seite der skrupellose Assassine, eine gefürchtete Größe der Schatten, mit Idealen und einer selbst auferlegten Mission, deren Tragweite sich erst ganz zum Schluss eröffnet.

So detailreich und einprägsam die Autorin mich durch die Schauplätze geführt hat, so einnehmend und facettenreich empfand ich auch die Charaktere. An Nava und Matous gab es einige unvermutete Seiten zu entdecken, je länger ich mich mit ihnen beschäftigte und je näher sich die beiden Männer kamen, das Vertrauen zwischen ihnen wuchs. Aber auch die vielen Nebenfiguren bestechen, jede auf ihre ganz eigene Art, ausdrucksstark und unverwechselbar. Dies, in Kombination mit einer spannenden Story, die zum Schluss hin in einem temporeichen, emotional geladenen Finale gipfelt, macht „Shilsas – In den Nebeln“ für mich zu einem richtigen Highlight. Für alle, die sich gerne in düster angehauchter Fantasy verlieren, eine absolute Leseempfehlung von mir.

 

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