„Schwule Majestät“ von Tristan Thomas

Verlag: Self-Publishing

ISBN: 978-1075523854

Softcover: 182 Seiten

Release: Juni 2019

Genre: Contemporary

Teil einer Reihe: –

 

© Klapptext, Zitat- und Coverrechte: Tristan Thomas

Beschreibung:

Benedict Bricoule ist ein Arschloch. Der Szene-Prinz schlechthin, aber ein Arschloch. Zumindest würde dieser Aussage, in der Frankfurter Schwulen-Szene, keiner widersprechen. Er ist begehrt, aber nicht beliebt. Das Problem ist, dass »Benny der Beste« das auch weiß und dass er gerne ein ganz anderer wäre. Nur wie macht man aus einem eiskalten Engel »Benny von Nebenan«, wenn man sogar in dieser Rolle Geheimnisse hat?

Mein Eindruck:

Manch einer kennt die beiden Teile des Erstlings von Tristan Thomas. Der „Träumertrottel“ spaltet die Gemüter und auch ich muss zugeben, dass mir Tristan, einer der Hauptprotagonisten ab und an etwas zu anstrengend war. Dafür konnte sein bester Freund Zottel auf ganzer Linie bei mir punkten. Mit „Schwule Majestät“ kehrt der Autor wieder ins Träumertrottel-Universum zurück und übergibt jemanden die Bühne, der sich in der Geschichte um Tristan und seinen Brummbären nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat – Benedict, auch bekannt als die arrogante Galionsfigur der Frankfurter Schwulenszene.

Der Benedict, der in Frankfurt das Zepter, vorzugsweise in den Dark-Rooms, in der Hand hat, ist allerdings nur eine Facette von vielen. Da wären dann nämlich noch Benedict Lohengrin Bricoule, Sohn aus gutem Hause und „Benny von nebenan“, Sozialpädagogikstudent aus Gießen, mit echten sozialen Kontakten, dafür aber ungeoutet. Drei grundverschiedene Lebensweisen, die sorgsam voneinander getrennt sind und ohne Berührungspunkte gut funktionieren. Fatal ist allerdings, wenn das eisige Herz von Prinz Benedict beginnt doch für jemand anderes, als sich selbst, zu schlagen und derjenige dann auch noch auf einer Studentenparty in der Welt des Benny von nebenan auftaucht.

Tristan Thomas hat seinem Benedict mit dieser Geschichte so etwas wie eine zweite Chance gegeben. Er bekommt die Gelegenheit, den echten Benny hinter all den Masken hervor zu holen und seinen Mitmenschen sein wahres ich zu zeigen. Für Benny wird es allerdings kein Spaziergang, seine fein säuberlich aufgebauten Identitäten auf einen Nenner zu bringen, vor allem, weil er sich selbst am meisten im Weg steht. „Was werden die anderen denken?“ ist die Frage, die Benedict kontinuierlich beschäftigt, dabei übersieht er vollkommen, dass ihm sein Umfeld, sei es in Frankfurt oder auch Gießen, viel wohlwollender gegenübersteht, als er annimmt.

– Wahrscheinlich glaubt er, ich sei der selbstgefällig-arrogante Jugendfeuerwehr-Obermacker, der sein übermäßig großes Ego zusätzlich damit streichelt, dass er kleine Kinder drillt und zu zukünftigen Bewunderern heranzüchtet. Das würde zumindest meinem Frankfurter Image entsprechen. – (S. 63)

Ich mag diese Figur, mit all ihren Fehlern, den Selbstzweifeln und der Fähigkeit, ja kein Fettnäpfchen auszulassen, sehr. Aber auch die Nebenfiguren konnten mich für sich einnehmen. Allen voran Mike, Bennys bester Freund, der nicht nur Benny zu gegebener Zeit sprachlos macht, sondern mir durch seine unkomplizierte Sichtweise und seinen trockenen Humor wirklich ans Herz gewachsen ist. So witzig einige Szenen während der Geschichte sind, so emotional war für mich der Schluss und ich hoffe, der Autor beschließ irgendwann ins Träumertrottel-Universum und zu dieser Truppe zurückzukehren.

Alle, denen Tristan Thomas Debut nicht zugesagt hat, sollten dem echten Benny eine Chance geben, ich finde die Geschichte nämlich großartig, und diejenigen, die Benedicts Eskapaden noch nicht kennen – nicht schlimm, „Schwule Majestät“ lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen.

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Danke!

 

2 thoughts on “„Schwule Majestät“ von Tristan Thomas

  1. Super geschrieben, danke!
    Ich kenne den Vorgänger nicht, war aber sofort vom Humor und den Figuren des Buches begeistert!
    Nicht nur von den vielen Gesichtern der Hauptfigur, sondern auch von den vielen sympathischen Nebenfiguren (ind ganz besonders Mike)!

    1. Danke Wolpi 🙂
      Mike fand ich auch ganz große Klasse! Ich hoffe ja, dass er Tristan Thomas auch nicht aus dem Kopf geht – so Spin-off technisch. 😉
      LG Yvonne

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